Das Motto des genussvollen Markt-Events an der lauschigen Lauter heißt „Regional meets International“. Erzeuger und Verarbeiter aus drei Ländern, insgesamt mehr als 50, boten am Wochenende rund ums Lagerhaus wieder ihre leckeren, kunstvollen und zum Teil auch einzigartigen Produkte an. Regional und ökologisch ist hier Trumpf, Trends sind gefragt, und auch die internationalen Marktbeschicker aus Frankreich und Italien stehen da nicht zurück: Auch sie bieten ausschließlich regional erzeugte Produkte aus biologischem Anbau.

Valéry Liotaud, französischer Winzer und Erzeuger vom Weingut „Domaine la Rosière“, nahe der Gomadinger Partnergemeinde Buis-les-Baronnies, hat schon längst seine Stammkundschaft beim Genussmarkt gefunden. Er ist bereits von Anfang an dabei. Die lange Fahrt jedes Jahr, jeweils 900 Kilometer hin und zurück, macht ihm nichts aus: „Pour voir des amis, ce n‘est jamais trop loin“, sagt er lächelnd – es ist niemals zu weit, um Freunde zu sehen! Und so packen er und seine Helfer jedes Jahr kistenweise Rotwein, Weißwein und Rosé-Wein ein, um die schwäbischen Weingenießer zu erfreuen.

Seine Sorten Syhra, Heritage und Bio‘ronnies stammen aus zertifiziert biologischem Anbau und finden jährlich guten Absatz bei der schwäbischen Kundschaft. Und, so freut sich der studierte Weinbauer, jedes Jahr kommen neue Kunden hinzu, die seine Produkte beim Genussmarkt an der Lauter entdecken.

Wer keinen Wein trinkt, kann seinen leckeren und gleichfalls biologisch hergestellten Aprikosensaft wählen: Valéry empfiehlt ihn zum Frühstück und mit einem Schuss weißen Rum, als stilvollen Apertif.

Die Älbler und Schwaben freilich trinken am liebsten seinen Rotwein, weiß Valéry zu berichten. Der geht am besten, da man hier einen „Wein mit Charakter“ bevorzugt – wie den Württemberger zum Beispiel.

Er kennt sich aus und – spricht auch deutsch, obwohl ihn Sprachen gar nicht interessiert haben, wie er schmunzelnd zugibt. Dass er trotzdem über das Schulwissen hinaus Deutsch gelernt hat, hat natürlich auch mit seiner Profession und Leidenschaft zu tun: Es war das Wein-Vokabular, welches ihn zur deutschen Sprache brachte. Und hier, so erklärt er, kann man jedes Jahr neue Worte lernen – sogar schwäbische! Ein kompletter schwäbischer Satz ziert sogar eines seiner Wein-Etiketten.

Ebenfalls im Markt-Gepäck für den Genussmarkt hat er regional erzeugte Produkte von Freunden: Olivenöl, Oliven, Pâte d‘olives und Tapenade (Olivenpaste). Auch duftende Kräuter- und Blütenöle sind dabei. Aber die sonst ebenfalls am Markt teilnehmenden Erzeuger von französischen Würsten, Schinken und Käse konnten heuer leider nicht kommen und auch die süßen Macarons, ein französisches Baisergebäck aus Mandelmehl und den traditionellen Nougat suchte man diesmal vergebens.

Dafür entschädigte das weitere Markt-Angebot die vielen Besucher aber auf jeden Fall. In der großen Vielfalt konnte jeder Genießer fündig werden – ob süß oder scharf, hochprozentig oder alkoholfrei, deftig oder fein.

Kosten, kaufen, sehen und manchmal auch gesehen werden. Gemütlich sitzen und schlemmen und dann vielleicht doch nochmal losgehen, um neuen, regionalen Genuss zu entdecken!