Das Aus für die geplante Geburtshilfeabteilung an der Albklinik ist besiegelt: Dem Landkreis und den Kreiskliniken ist es nicht gelungen, die erforderlichen Fachärzte für die Eröffnung einer solchen Geburtshilfeabteilung an der Albklinik zu finden. Das teilte der Landkreis gestern gegenüber den Medien mit. Weder der Einsatz eines Personalberaters noch die breit angelegte Suche nach Fachärzten auf verschiedensten Wegen hatte zum Erfolg geführt.

Bis Jahresende weiterbeschäftigt

Bereits Anfang Mai hatten die beiden Münsinger Belegärzte ihre Arbeit in der Geburtshilfe an der Albklinik beendet. Geplant war, gemeinsam mit dem Steinenbergklinikum eine neue Abteilung einzurichten, um Fachärzten Abwechslung bieten zu können. Mit den an der Albklinik bis dato angestellten Hebammen wurde vereinbart, dass diese bis Jahresende weiterbeschäftigt werden, um dann mit allen Fachkräften starten zu können. Der Kreistag hatte die dafür benötigten Gelder bewilligt.

Allein, das Konzept ging nicht auf. So hatten sich der Kreis und die Hebammen auf den gestrigen Montag als Stichtag geeinigt, damit die Hebammen ihre berufliche Neuorientierung noch in diesem Jahr auf den Weg bringen können. Durch die Kreiskliniken war den Hebammen Flexibilität in Sachen Kündigungsfrist zugesichert worden. „Wir sind sehr enttäuscht von dem Ergebnis trotz der Bemühungen bei der Suche nach Fachärzten“, sagte Antje Buck, Sprecherin der Münsinger Hebammen, auf Anfrage unserer Zeitung. Und: „Letztlich ist das Resultat für uns aber keine Überraschung“. Zwölf Hebammen hatten seit Mai am Klinikum in Reutlingen gearbeitet, drei wollen dort bleiben. Die anderen neun Hebammen werden jetzt kündigen und sich beruflich neu orientieren, erläuterte Buck. „Für mich ist es schlimm, dass die Alb künftig mit Blick auf die Versorgung durch Hebammen verwaist sein wird“. Sie riet allen schwangeren Frauen, sich so früh wie möglich um die Betreuung durch eine Hebamme zu kümmern. Ganz neu und vorerst auch nur angedacht ist die Idee einiger Hebammen, gemeinsam eine Praxis in Münsingen aufzubauen, berichtete Buck. „Falls überhaupt, ließe sich das sicher nicht vor 2020 umsetzen“, betonte sie.

„Dass die Suche nach Fachärzten erfolglos geblieben ist, ist bitter. Ich danke den Hebammen, der Bürgerinitiative und der Stadt Münsingen für ihren äußerst engagierten Einsatz“, sagte Landrat Thomas Reumann.