Die Hayinger Kläranlage an der Lauter in Anhausen ist ein Stromfresser. Im vergangenen Jahr entstanden hier Stromkosten in Höhe von gut 71 500 Euro. „Die Verwaltung hat sich deshalb mit dem Thema Einsparpotentiale auseinandergesetzt“, sagte Bürgermeister Kevin Dorner in der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend. Mit Markus Reutter von der Firma RBS wave hatte er einen Fachmann eingeladen, der vortrug, was getan werden könne, um die Stromkosten zu minimieren.

Reutter ist Standortleiter in Biberach, berichtete, dass die RBS wave über ein breites Portfolio in Sachen Energie, Wasser und Infrastruktur verfüge und acht Kläranlagen im Land betreue. Er empfahl dringend, einen Energiecheck und eine Energieanalyse der Hayinger Kläranlage vorzunehmen. Die Energieanalyse werde zu 50 Prozent staatlich gefördert.

Die Hayinger Anlage sei 1982 gebaut und 2000 saniert worden und auf 3600 Einwohnerwerte (EW) ausgelegt. Die aktuelle Belastung betrage knapp 3000 EW. Beim Stromverbrauch (228 000 kWh) liege Hayingen im Landesvergleich bei den Kilowattstunden je Einwohner schlechter als 58 Prozent der Kläranlagen im Land. Vor allem die Trocknungsanlage sei ein Energiefresser. Es bestehe garantiert großes Einsparpotential, war sich Reutter sicher. Wie groß dieses sei, wollte Paul Baier in der Diskussion wissen. Das könne er noch nicht sagen, meinte Reutter. Es werde sicher ein halbes Jahr dauern, bis die Analyse fertiggestellt ist, so Reutter weiter.

Der Abstransport des Klärschlamms sei keine Alternative stellte Sigrid Bortfeldt klar, weil hierfür kräftig in den Wegebau investiert werden müsse. Dies habe seinerzeit zur Entscheidung für eine Trocknungsanlage geführt, erinnerte die Beamtin.

Dr. Christian Kübler meinte, dass offensichtlicher Handlungsbedarf bestehe. Man wisse dann auch, was langfristig zu tun sei. Einstimmig wurde die Energieanalyse beschlossen, die für einen Preis von 28 540 Euro an die Firma RBS wave vergeben wurde.