In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Polizei zu einem – in dieser schwierigen von Corona geprägten Zeit – nahezu unfassbaren Einsatz gerufen. Darüber informierten die Gemeinde Gomadingen und die zuständige Polizeibehörde in einer aktuellen Mitteilung.

Ernst der Lage nicht begriffen

Gegen 22.30 Uhr bekam die Polizei den Hinweis, dass sich oberhalb von Offenhausen im Gewann Schützenbuch eine größere Gruppe junger Leute bei einer privaten Waldhütte versammelt habe. Beim Eintreffen der Polizei hatte sich diese Anzeige dann leider auch bestätigt.

Fast zehn junge Erwachsene saßen gemeinsam um ein Lagerfeuer herum. Junge Leute, die sorglos, trotzig und komplett egoistisch agieren. Junge Leute, denen es offensichtlich völlig gleichgültig ist, sich selber und schlimmer noch andere, die eigene Großmutter oder Großvater oder ein vorerkranktes Mitglied der eigenen Familie in Lebensgefahr bringen und schlussendlich für deren Tod verantwortlich sind, lautet es in der Presseinformation.

Nicht nur Ältere sind in Gefahr

Der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in München hat dazu erklärt, dass zwar die Gefahr für ältere Menschen am Größten sei. Aber diese Krankheit geht auch an den Jungen nicht vorbei. „Es kann auch für euch einen wochenlangen Krankenhausaufenthalt bedeuten oder es kann auch euch töten“ so der Chefarzt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO appelliert an junge Menschen, sich während der Corona-Krise an die strengen Ausgangsbeschränkungen zu halten. Auf den Intensivstationen werden immer mehr auch junge Menschen behandelt. Dieser Vorfall ist leider so unglaublich, dass diese verantwortungslosen jungen Leute zur Rechenschaft gezogen werden. Die von der Polizei namentlich ermittelten Teilnehmer werden sich strafrechtlich verantworten müssen. Dieses Verhalten ist Vorsatz und durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Und abschließend ein Appell an alle Eltern: Bitte sorgen Sie dafür, dass die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen, die noch im Elternhaus wohnen, die Vorschriften einhalten und zuhause bleiben.

Gemeinde ist entsetzt

„Wir, die Gemeinde Gomadingen inklusive aller Gemeinderäte, die selbstverständlich umgehend von diesem Ereignis in Kenntnis gesetzt wurden, und die Polizei möchten öffentlich zum Ausdruck bringen, wie unsolidarisch und ignorant das Verhalten dieser jungen Menschen ist“, zeigt sich Bürgermeister Klemens Betz entsetzt. Schließlich nehmen die jungen Leute es bewusst in Kauf, dass eine durch sie übermittelte Infektion das Todesurteil für ältere oder vorerkrankte Familienmitglieder sein kann. „Ein absolutes No-Go“, schimpft Klemens und hofft, dass die Eltern ihre Kinder nun endlich zur Vernunft bringen können.