Groß war das Zuhörerinteresse an der Heroldstatter Ratssitzung am Montagabend. Das hatte seinen Grund: Unter Baugesuchen beriet der Gemeinderat über ein ungewöhnliches Bauvorhaben. Es handelt sich dabei um den Neubau eines Hähnchenmaststalles im Gewann Eselsberg südlich von Ennabeuren, in der Nähe der L230 und damit doch ein gutes Stück vom Dorf entfernt. Den wollen die Landwirte Christian und Daniel Kuhn errichten.

Die Dimensionen, um die es dabei geht, sind rein von den Zahlen her durchaus imposant. So soll der Stall eine Länge von 100 und eine Breite von 23 Metern aufweisen. Die Firsthöhe wird 7,76 Meter sein. In diesem Stall sollen knapp 30.000 Tieren Platz bieten, was mit 60 Großvieheinheiten zu vergleichen sei, wie Bürgermeister Michael Weber erläuterte. Der Stall soll ein Satteldach mit einer Dachneigung von 20 Grad erhalten. An der Nordseite des Stalles sollen vier Futtersilos mit einer Höhe von 9,3 Metern und einem Durchmesser von 2,75 Metern aufgestellt werden.

Weiter soll eine überdachte Mistplatte für den Geflügelkot gebaut werden, die eine Länge von acht und eine Breite von 23 Metern haben wird. Direkt östlich anschließend ist eine Bodenplatte mit den Maßen 1 mal 23 Meter geplant. Diese wird wasserundurchlässig sein. Die Mistplatte wird ein Pultdach mit einer Dachneigung von sieben Grad erhalten

Angst vor Geruchsbelästigung unbegründet

„Uns war es im Vorfeld sehr wichtig, zu erfahren wie es mit den Emissionen aussieht“, führte Weber weiter aus. Dazu habe man den Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes um Auskunft gebeten. Immissionsschutzrechtlich sei das Vorhaben zulässig, sei die Antwort gewesen. Die Geruchsimmissionsrichtlinie weist „Geruchsstundenhäufigkeiten“ aus. Es wird dabei berechnet, in welchem Umfang deutlich wahrnehmbare Gerüche auftreten und dies in Prozent ausgedrückt. In Wohn- und Mischgebieten darf ein Maximalwert von zehn Prozent erreicht werden. Für das nächstgelegene Wohngebiet östlich der Münsinger Straße liege dieser Immissionwert deutlich unter zehn Prozent. Weber betonte, dass der Flächennutzungsplan im Bereich südlich dieses Wohngebiets keine weitere Bebauung vorsehe.

Grundsätzlich, so Weber, müsse gesagt werden, dass ein solches Vorhaben aufs Land gehöre: „Wir verspeisen gerne Hähnchen, die müssen ja irgendwo auch aufgezogen werden. Beim aktuellen Vorhaben stehe Tierwohl im Vordergrund, so dass man dies guten Gewissens befürworten könne. Und man gebe dem landwirtschaftlichen Betrieb die Möglichkeit, sich weiter entwickeln zu können“.

Stall erfüllt Vorgaben des Tierschutzbundes

Rudolf Weberruß unterstrich dies: „Landwirtschaft muss sich entwickeln können“. Er drückte die Hoffnung aus, dass der Hühnermist nicht zu nah an die Wohnbebauung ausgebracht werde. Dietmar Frenzel erinnerte daran, dass man in Heroldstatt ein gebranntes Kind sei, was Geruchsbelästigung angehe. Dennoch könne man das Bauvorhaben nicht ablehnen. Für ihn sei das aber auch kein Problem, weil der Abstand zum Dorf groß ist. Werner Knehr meinte, dass die Hühnermast auf hohem Standard betrieben werden soll.

Auch Landwirt Christian Kuhn kam zu Wort, betonte, dass der Stall den Vorgaben des Deutschen Tierschutzbundes entspreche. Weil es sich um einen Premium-Mastbetrieb handle, würden auch regelmäßig Kontrollen stattfinden. Zu den Emissionen meinte er, dass die Tiere etwa 45 Tage im Betrieb aufwachsen würden, in den ersten zwei Wochen so klein seien, dass kaum Emmissionen entstehen würden. Das sei in der Endmast anders, aber dem werde man durch Indoor-Maßnahmen begegnen. Der Mist werde sofort eingearbeitet, so Kuhn weiter. Seinem Projekt wurde einstimmig zugestimmt.

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