Annähernd 35 Grad im Schatten: Über dem Gelände des Vereins für Hundefreunde stand am Sonntag die Luft wie eine Säule aus angekokelten Holzbriketts. Wer konnte, saß im Schatten. Wer sich dennoch auf den Platz wagte, hatte sich und seinen Hund zum Rennen angemeldet. Es waren nur 26 Starter, wie Anna Zivkovic mit etwas Wehmut sagte. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Hundefreunde verantwortlich: „Vielen war es ganz einfach zu warm.“

Warum tun sich die Hunde das an und geben auf der 50-Meter-Strecke alles? Und warum würden sie, wenn sie könnten, noch eine Schippe drauflegen? Weil es für sie das größte ist, einem Spielzeug entgegenzujagen. „Als Motivationshilfe ist alles erlaubt“, erklärt Anna Zivkovic die Regeln, „nur nichts Lebendiges.“ Katze, Kaninchen, Eichhörnchen also stehen auf der Dopingliste. Große Schäferhunde wurden mit einem Unterarmschutz angespornt, den sie im Ziel am virtuellen Genick packen und durchschütteln durften. Auf andere wartete das Lieblingsspielzeug, etwa ein gelber Ball an einer langen Kordel.

Die Hunde freuen sich auf das Ziel: Außer der Beute bekommen sie dort, was ihnen am liebsten ist: Lob und Geknuddel. Und weil sie danach richtig aufgedreht sind, gehen sie mit ihrem menschlichen Anhang abseits der Piste auf eine kleine Runde, um gemütlich auszulaufen, damit der Puls wieder runterkommt.

Unterwolle isoliert

Manche Zuschauer hatten mit den falschen Hunden Mitleid: Die mit dem dicken Fell haben es bei großer Hitze nämlich verhältnismäßig gut. Die Unterwolle isoliert und schützt die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung. Das wussten schon die Altvordern, die auch im Sommer lange Unterhosen trugen nach dem Motto; Was gegen Kälte wirkt, hilft auch bei Hitze.

Irgendwo bei 4,6 Sekunden, die die vereinseigene Zeitmessanlage ermittelte, kamen die beiden Sieger ins Ziel.

Ein besonders höfliches Tier schied als Tabellenletzter aus. Es nahm sich während seines Rennens die Freiheit, seinen Lauf immer wieder zu unterbrechen, um sich mit den Vorderpfoten auf die Absperrung zu lehnen und die dahinter stehenden Menschen zu begrüßen. Am Ende freilich hat dann halt die Zeit nicht gestimmt.

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Hunde unterschiedlicher Rassen und Nichtrassen gingen am Sonntag an den Start auf die 50-Meter-Strecke, für die die schnellsten nur 4,6 Sekunden benötigten.