Bad Urach / Kirsten Oechsner  Uhr

Klein und kurz der Festzug, klein auch die Bühne – dennoch machte sich am Samstag auf dem Marktplatz ein ureigenes Urach-Kribbeln breit, kochten die Emotionen hoch: „Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man den Martha-Marsch hört“, gestand eine Uracherin, einst selbst Aktive beim Heimatfest. „Schäferlauf, Schäferlauf“ erklang es später aus hunderten Kehlen auf dem Marktplatz, dort begann mit dem offiziellen Fassanstich des Festbieres eine ganz eigene Uracher Zeitrechnung: Die der Vorfreude auf das, wie es Bürgermeister Elmar Rebmann nimmermüde ist zu betonen, „schönste Heimatfest im Land“.

Vom 19. bis 22. Juli 2019 ist Uracher Schäferlauf. Hier findet ihr alle Informationen zum Programm, Neuerungen, Festzug, Leistungshüten und D´Schäferlies.

Bilden die fünf Kreisreiterpaare eine Einheit

Viele Besucher waren bewusst zur Präsentation des diesjährigen Festbieres der Zweifalter Klosterbrauerei gekommen, nicht des Freibiers wegen, sondern vor allem um zu schauen, wie der Stand der Dinge beim Becher- und Metzgertanz ist: Bilden die fünf Kreisreiterpaare eine Einheit? Klappt’s mit den Schritten? Es wurde ganz genau hingeschaut von den Urachern, und gemessen am Applaus waren sie wohl zufrieden. Begleitet wurden sie musikalisch von der Schäfermusik: Wie immer intonierten sie souverän die „Schäferlauf-Klassiker“.

Zufällig vorbeikommende Passanten rieben sich im ersten Moment verwundert die Augen angesichts des farbenfrohen Trachten-Spektakels, mischten sich dann begeistert unters Publikum und bekamen einen Vorgeschmack auf das, was in 18 Tagen in der sonst eher beschaulich-ruhigen Kurstadt so alles los ist. A propos Geschmack: Braumeister Patrick Rall stellte das Schäferlaufbier mit seinen zwölf Prozent Stammwürze und 5,3 Volumenprozent Alkohol vor. „Acht Wochen lang lagerte es im Klosterkeller“, berichtete er. „Verwendet wurde Tettnanger Hopfen.“ Beste Qualität also, von der sich die Besucher des Mini-Schäferlaufs denn auch sofort überzeugen konnten: Das Fass war schnell leer, nicht alle Festbesucher bekamen angesichts des großen Interesses einen Gerstensaft ab. Etwas Schwierigkeiten hatte Bürgermeister Elmar Rebmann indes beim Fassanstich – so um die acht Schläge brauchte er, bis das Bier denn endlich floss.

Bis zum kommenden Samstag stellen wir an dieser Stelle wieder die fünf Kreisreiterpaare des Uracher Schäferlaufs 2019 vor.

Neue Festwirte

Bei den Festvorbereitungen laufe alles rund, machte er deutlich. Und stellte auch gleich ein paar Neuerungen vor: Jörn Schreiber und Clemens Vohrer heißen die beiden neuen Festwirte, die während des Schäferlaufs das Festzelt bewirten. Neu ist auch Stadtschäfer Christoph Röhner, der am Samstag ebenso wie sein Vorgänger Dietmar Stotz mit zwei Schafen vor Ort war – letzterer wurde von Rebmann vor großer Runde verabschiedet.

Die Kreisreiter-Paare mit ihrem Vorreiter Wilfried Schneider an der Spitze hatten beim Vorab-Fest – der Musikverein sorgte für die Bewirtung – bereits ihren ersten großen Auftritt, auf die anderen Akteure muss man indes noch warten: Der neue Büttel Benjamin Schöllhammer ließ beim kleinen Festzug am Samstag zwar seine Schelle lautstark erklingen – doch zu hören ist es erstmals bei der „Schäferlies“-Aufführung am Freitag, 12. Juli. Neben dem Ensemble war auch eine Abordnung des Schäferreigens unter Leitung von Roland Scheu beim Festzug mit dabei, letztere werden am Donnerstag vor dem Schäferlauf bei der Hauptprobe in der Zittelstatt ganz genau unter die Lupe genommen.

Jetzt steigert sich die Vorfreude der Uracher jeden Tag ein bisschen mehr, die Stadt schmückt sich entsprechend, Fahnenweihen finden statt, und bald wird der Martha-Marsch an allen Ecken zu hören sein.  

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Stammwürze hat das Uracher Festbier. Acht Wochen lang wurde es im Zwiefalter Klosterkeller gelagert. Am Samstag wurde das erste Fass feierlich angestochen.