Die Kelten kommen. Unter diesem Motto wurde gestern bei den Grabhügeln am Burrenhof der Startschuss zum Keltern-Erlebnispfad gegeben. Und sie kommen unaufhaltsam.

„Unsere Arbeit trägt Früchte“, freute sich Roman Weiß, als Bürgermeister Erkenbrechtsweilers der Vorsitzende des Zweckverbandes Heidengraben, dem auch noch die Gemeinden Hülben und Grabenstetten angehören. „Gemeinsam kommen wir weiter, steter Tropfen höhlt den Stein“, signalisierte er Durchhaltevermögen, was die Umsetzung des geplanten „Erlebnisfeldes Heidengraben“ angeht. Wie berichtet sind die drei Kommunen hierfür mit den Kosten für die Planungsleistungen von rund einer Million Euro in Vorleistung gegangen, nun liegt es am Land Baden-Württemberg, durch Zuschüsse die Umsetzung zu realisieren. „Es sieht gut aus, die Signale sind nach wie vor positiv“, berichtete Weiß am Rande. Sonst eher zurückhaltend, beziffert er die Chancen der Realisierung inzwischen auf 99 Prozent. Die aktuelle Entwicklung zu dieser Finanzierung beinhaltet, dass es kurzfristig vom Bund Fördermittel gibt. Die sollen nun rasch in Berlin beantragt werden, der Heidengraben wird das einzige Projekt aus dem Ländle sein, für das solche Mittel angefragt werden. Bundes- und Landesmittel gemeinsam sollten das Erlebnisfeld dann realisierbar machen.

Kelten-Erlebnispfad mit neun Stationen

Darum ging es gestern aber gar nicht unmittelbar, sondern um ein parallel laufendes Projekt, das zwar mit dem Erlebnisfeld eines Tages in Verbindung stehen soll, zur Not aber ohne dieses für Kelten-Fans einen Besuch wert ist. Der Kelten-Erlebnispfad führt über 6,5 Kilometer über die Gemarkung aller drei Gemeinden, neun Info- oder Mitmach-Stationen wird es am Wegesrand geben. „An diesen kann man richtig in die Welt der Kelten eintauchen“, verspricht Dr. Gerd Stegmaier, der wissenschaftliche Leiter des Projekts am Heidengraben. „Es wird eine spannende, kulturelle Reise für jeden Besucher.“

Draufsicht aufs Oppidum

Weil das Oppidum mit seinen 18 Quadratkilometern so groß ist, wird man sogar aus der Vogelperspektive auf das Areal herunterblicken können. „Erst dann kann man sich die riesige Dimension gut vorstellen.“ Die Besucher erwarte ein Blick in die Arbeits- und Lebensweise der Kelten, die von einer speziellen App über das Smartphone flimmern. „Es ist unsere Pflicht, unser kulturhistorisches Erbe erlebbar zu machen und dieses Denkmal zu schützen“, sagte Stegmaier.

Über die Kosten des Erlebnisweges berichtete Reutlingens Landrat Thomas Reumann. Die Planung wurde aus Mitteln des Biosphärengebietes Schwäbische Alb finanziert, die Umsetzung nun wird zu 60 Prozent aus Leader-Mitteln der EU gestemmt. 242 000 Euro werden dafür bereitgestellt. Er könne die drei Kommunen und die Verantwortlichen nur zu ihrem Mut beglückwünschen, immer an diesem Projekt festgehalten zu haben. Diese Konstellation über Landkreis-Grenzen hinweg sei einmalig, sagte Reumann. „Wir setzen darauf, dass das, was wir aus der Arbeitsgruppe der Landesregierung zur Umsetzung des Keltenkonzeptes gehört haben, auch so kommt“, ergänzte Reumann abschließend mit Blick auf die Fördermittel zum Erlebnisfeld. Im Moment gehen also alle davon aus, dass die Kelten in moderner Form tatsächlich an ihre alte Wirkungsstätte zurückkommen.

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