Auszeichnung Bad Uracher Firma Uraca erhält Sonderpreis für Flächenrecycling

Ein ausgezeichnetes Beispiel für den verantwortlichen und gelungenen Umgang mit der knappen Ressource Boden: Der eng eingekeilte Sitz des Bad Uracher Pumpenherstellers Uraca. 
Ein ausgezeichnetes Beispiel für den verantwortlichen und gelungenen Umgang mit der knappen Ressource Boden: Der eng eingekeilte Sitz des Bad Uracher Pumpenherstellers Uraca.  © Foto: Privat
Bad Urach / swp 12.02.2019

Im Rahmen des Projekts zur Neugliederung des Firmenareals wurde die Bad Uracher Firma Uraca mit dem Sonderpreis für Flächenrecycling in Baden-Württemberg 2019 ausgezeichnet. Das Wirtschaftsministerium hatte den Wettbewerb gemeinsam mit Städte-, Gemeinde- und Landkreistag, dem Altlastenforum, der Architektenkammer sowie der Sparkassenfinanzgruppe ausgelobt.

Gesucht waren gute Beispiele für einen verantwortlichen Umgang mit der knappen Ressource Boden, bei denen auf ehemals bebauten Grundstücken neue Verdichtungen entstanden sind.

22 Bewerbungen

Für den zum sechsten Mal vergebenen Flächenrecyclingpreis gab es insgesamt 22 Bewerbungen. Insgesamt fünf Projekte wurden anhand verschiedener Kriterien für den Preis beziehungsweise den Sonderpreis bedacht. Flächenspareffekte, Schutz von Bodenfunktionen, Nachhaltigkeit, aber auch städtebauliche Aspekte und die Konzeptentwicklung standen im Fokus. In der Begründung der siebenköpfigen Jury, den Sonderpreis nach Bad Urach zu vergeben, lobt sie, dass im Rahmen des Projektes und in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und des Ingenieurbüros Fritz aus Bad Urach sowie des Architekturbüros „Hank und Hirth“ aus Eningen die Weiterentwicklung eines bestehenden Betriebes auf dem Betriebsgelände, unter Einbeziehung des Hochwasserschutzes, beispielhaft umgesetzt worden sei.

Beitrag zur Baukultur

Hier sei es gelungen, in einer herausfordernden Geländesituation, zwischen Bundes- und Landstraße, im engen Ermstal den Um- und Ausbau bei laufendem Betrieb zu schultern. Entstanden sei durch eine ansprechende Gewerbearchitektur nicht nur ein bemerkenswerter Beitrag zur Baukultur, sondern darüber hinaus eine Gesamtlösung, mit der Unternehmen, Stadt und Wasserbehörde den Hochwasserschutz nachhaltig für den Betrieb und die Stadt Bad Urach verbessern, eine vorhandene Wasserkraftanlage ertüchtigen und die Durchgängigkeit der Erms durch den Bau einer Fischtreppe verbessern konnten. Besonders wurde gewürdigt, dass über die gelungene Realisierung des Flächenrecyclings hinaus ein mittelständisches Industrieunternehmen seinen Standort mit anspruchsvollen Randbedingungen sichern und entwickeln konnte. Das Potenzial an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie Wertschöpfung sei so der Raumschaft erhalten geblieben. Wirtschaftsstrukturelle, baukulturelle und ökologische Belange seien hier auf exemplarische Weise harmonisch in Einklang gebracht worden, so die Staatssekretärin im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium Katrin Schütz. Die sieben auslobenden baden-württembergischen Institutionen sehen sich in ihrem gemeinsamen Anliegen bestätigt, gute Argumente für die Wiederverwendung und Aufwertung von Grund und Boden zu liefern – selbst wenn eine Altlastenproblematik vorliegt. Denn gerade in der Nutzung bestehender innerörtlicher Potenziale und bereits vorhandener Siedlungsstrukturen liegen innovative Lösungen für die Zukunft von Stadt und Land.

Weltweit gefragt

Uraca ist ein traditionsreiches Industrieunternehmen, das bereits im Jahr 1893 gegründet wurde. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt heute rund 330 Mitarbeiter, davon 21 Auszubildende. Der Umsatz liegt bei etwa 70 Millionen Euro, der Exportanteil beträgt mehr als 70 Prozent. Uraca-Pumpen werden in nahezu allen Industriebereichen eingesetzt, insbesondere aber in chemischen beziehungsweise petrochemischen Industriezweigen sowie in der Schwerindustrie. Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit von Uraca ist die Konstruktion und Fertigung von Hochdruck-Plungerpumpen und Pumpen­aggregaten sowie Hochdruckreinigungsanlagen.

Das könnte dich auch interessieren:

22

Bewerbungen für den Flächenrecyclingpreis gab es in diesem Jahr. Eine siebenköpfige Jury prämierte Bauprojekte, die beispielhaft für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel