Heidenheim / swp  Uhr
Der Grünen-Minister für Soziales und Integration, Manfred Lucha, hat sich über das Projekt „Fit für den Abschluss“ an Schulen in Heidenheim informiert.

Das Projekt des Landkreises bietet neu zugewanderten Jugendlichen unter 25 Jahren eine Lernbegleitung, welche den Besuch der Schule ergänzt. Damit sollen sie beim Erwerb eines ersten Schulabschlusses und beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt werden, teilt das Landratsamt Heidenheim mit.

Bei einem Besuch im Landratsamt Heidenheim informierte sich Sozial- und Integrationsminister Manfred „Manne“ Lucha (Grüne) über das vom Landkreis Heidenheim und über den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt, das zu Jahresbeginn angelaufen ist.

Er sagte, „Fit für den Abschluss“ sei ein gelungenes Beispiel für erfolgreiche Integrationsarbeit. Besonders angetan zeigte Lucha sich von dem Lebensbezug der von den Lernbegleitern vermittelten Themen. Hier werde Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Mit dem Projekt würden Themen wie Antidiskriminierung und Chancengleichheit und somit die Ziele des Europäischen Sozialfonds (ESF), der ein Baustein zur Verwirklichung der europäischen Idee sei, perfekt aufgegriffen.

Lernen in Kleingruppen in mehreren Schulen

Die an dem Projekt beteiligten Schulen:

Umgesetzt wird das Projekt an jeweils zwei Schulen von der Deutschen Angestellten-Akademie Ostwürttemberg und der Volkshochschule Heidenheim.

An den Schulen werden die betreuten Schüler in Kleingruppen von Lernbegleitern im Bereich der so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und Englisch aber auch bei der Selbstorganisation und beim Erlernen von Lerntechniken, von Alltags- und Berufswissen unterstützt.

Der Erste Landesbeamte Peter Polta, der im Landratsamt auch für Migration zuständig ist, betonte, wie wichtig das Projekt sei: „In den vergangenen Jahren sei der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind ebenso wie mit EU-Migrationshintergrund, deutlich angestiegen.“ Bei vielen Zugewanderten stehe der Übergang von der Schule in den Beruf kurz bevor, oft gebe es aber migrationsbedingte Lernrückstände oder Sprachschwierigkeiten.

Zahl der ausländischen Schüler ohne Hauptschulabschluss steigt

Auffallend sei, dass die Zahl der ausländischen Schüler, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, deutlich angestiegen ist: Allein zwischen den Jahren 2011 und 2017 habe sich der Anteil im Kreis Heidenheim auf 21 Prozent verdoppelt.

Der Landtagsabgeordnete Martin Grath (Grüne) betonte: „Wir können wir uns nicht erlauben, solche Menschen zu verlieren.“ Dies insbesondere, da unter anderem im Handwerk händeringend Azubis gesucht würden.

Wie Matthias Schauz, Sozialdezernent im Landratsamt und Vorsitzender des regionalen ESF-Arbeitskreises, hervorhob, ist „Fit für den Abschluss“ nicht das einzige regionale ESF-geförderte Projekt, mit dem der Übergang von der Schule in den Beruf umgesetzt wird. Mit „Startklar“ gebe es schon seit vielen Jahren ein Projekt zur erweiterten Berufsorientierung für Jugendliche, das sich an die Klassen 8, 9 und 10 an allen Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen im Landkreis richte.

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