Liliane ist heute 20 Jahre alt, wenn man sie sieht, schaut man in ein trauriges und hoffnungsloses Gesicht. Schon vor über 15 Jahren kümmerte sich die Partnerorganisation von „Kinder brauchen Frieden“ (KbF) – „Sinapisi Rwanda NGO“ – um Lilianes Familie, da die Mutter an Aids erkrankt war.

Valerie, Projektleiterin von Sinapisi, die zuletzt im September 2018 bei dem Jubiläumsfest in Hechingen zu Besuch war, gab der sterbenden Mutter damals das Versprechen, Liliane im Kinderdorf aufzunehmen und sich um sie zu kümmern. So kam das Kind mit gerade mal fünf Jahren in das „Village de la Paix“

Vater ist gilt als psychisch krank

Im Haus Ibyshimo lebte sie sich sehr schnell ein, liebte ihre neuen „Mamas“ und auch ihre neuen „Geschwister“. Aber nach kurzer Zeit wurde Liane krank. Auch sie hatte Aids und die Krankheit war ausgebrochen. Jeder kleinste Infekt ließ das kleine Mädchen schwach werden.

Cornelia Bierlmeier, Mitbegründerin von KbF, erinnert sich noch gut an ihre Reisen nach Kigali, als sie Liliane begegnete und sie so schwach war, dass sie nur an der Hand und sehr langsam durch das Kinderdorf laufen konnte. „Die meiste Zeit saß sie dann auf meinem Schoß, wie das kranke Kinder überall auf der Welt machen“, so Bierlmeier.

Doch Liliane hatte Glück! Sie kam in das Aidsprogramm einer amerikanischen Organisation und somit erhielt sie regelmäßig Medikamente. So konnte sie sich zu einem fröhlichen Mädchen entwickeln, das in der Schule Erfolg und viel Freude in der Tanzgruppe im Kinderdorf hatte.

Dann kam der Erlass der Regierung, den sie zusammen mit Unicef Ruanda ausgearbeitet hatte: Alle Kinderheime, und somit auch das Kinderdorf von KbF, sollten geschlossen und die Kinder in Familien untergebracht werden. In Lilianes Fall führte das dazu, dass sie zu ihrem Vater kam, einem psychisch kranken Mann. Er versuchte erfolglos durch Tierstimmen-Imitationen auf dem Markt Geld zu verdienen, um seine Familie zu ernähren. Die zweite Frau von Lilianes Vater wollte Liliane nicht bei sich haben. Nach den glücklichen Jahren im Kinderdorf war nun Liliane in einer Umgebung, in der sie keine Liebe oder Geborgenheit mehr erlebte.

Lilianes Sohn kommt in eine Pflegefamilie

In dieser unglücklichen Zeit lernte Liliane einen Mann kennen und wurde von ihm schwanger. Sie bekam ihren kleinen Sohn Yvan und sein Vater verschwand wieder. Liliane wurde von der Stiefmutter zu deren Schwester abgeschoben und der kleine Yvan wurde Liliane weggenommen und in eine Pflegefamilie gebracht. Kontakt zum Sohn war nicht mehr möglich und auch sonst hat sie von ihm keine Informationen mehr erhalten können.

Sinapisi-Projektleiterin Valérie erzählte vor einigen Wochen Cornelia Bierlmeier von Lilianes Situation. Geübt in schneller und unbürokratischer Hilfe, gelang es dann den beiden Organisationen zusammen, schon im Oktober eine Unterkunft für Liliane zu finden, in die sie mit ihrem kleinen Sohn einziehen konnte. Außerdem wurde eine Frau gefunden, die sich um Yvan kümmern wird, während Liliane in die Schule geht.

„Kinder brauchen Frieden“ hat beschlossen, Liliane beim Aufbau ihres neuen Lebens mit ihrem Sohn zu unterstützen und stellt daher Miete und eine erste Einrichtung zur Verfügung.

Darüber hinaus konnte noch mehr erreicht werden: Als Liliane damals ins Kinderdorf kam, wurden ihre zwei Brüder in anderen Heimen untergebracht. Seither hatten sie kaum Kontakt zueinander. Die beiden Brüder besuchen eine Internatsschule und werden zukünftig während den Ferien bei ihrer Schwester wohnen. Mit einigen schweren Jahren der Überbrückung bekommt so Liliane auch wieder eine Familie.

Die Verantwortlichen des Hechinger Vereins planen derzeit schon ihre nächste Reise nach Ruanda und sind guter Dinge, schon bald in ein lachendes Gesicht bei „ihrer“ Liliane blicken zu können.

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Spenden für Lilianes kleines Glück


Für diese Einzelfallhilfe sammelt der Verein Spenden, um Liliane und ihrem Baby nachhaltig helfen zu können. Spenden mit dem Verwendungszweck „Liliane“ können an das Konto von „Kinder brauchen Frieden e.V.“ bei der Sparkasse Zollernalb unter IBAN: DE69 6535 1260 0079 2340 34 überwiesen werden.

Weitere allgemeine Informationen zum Verein sind unter der Homepage www.kinder-brauchen-frieden.de zu finden oder an allen vier Adventssonntagen im Kaufland in der Kaullastraße in Hechingen, wo der Verein mit einem Infostand vertreten sein wird.