Stetten / SWP  Uhr
Der Nabu hat zwei Auszeichnungen „Schwalbenfreundliches Haus“ an Gerda Tossenberger sowie an Maria und Hans-Peter Dölker aus Stetten vergeben.

Schwalben in einer größeren Anzahl zu sehen ist inzwischen etwas Besonderes geworden. Derzeit gibt es diese akrobatischen Flieger in der unteren Brünnlesstraße im Hechinger Stadtteil Stetten zu bewundern. In zwei benachbarten Häusern haben Mehlschwalben freundliche Vermieter gefunden – und wohnen dazu sogar noch mietfrei! An diesen Häusern sind Schwalben sehr willkommen.

Aus diesem Grund wurden jetzt Gerda Tossenberger sowie Maria und Hans-Peter Dölker Auszeichnungen des Nabu überreicht, die ihre Gebäude als „schwalbenfreundliche Häuser“ ausweisen. Entsprechende Plaketten wurden von den Nabu-Aktiven Wolfgang Fuchs und Jürgen Detel an den Gebäuden gut sichtbar angebracht. Ihre Besitzer haben eine große Freude an der fröhlich erscheinenden Leichtigkeit dieser beeindruckenden Flugkünstler und möchten dies auch nach außen sichtbar machen.

Schwalben zählen zu den bekanntesten Vögeln. Sie gehören wie Mauersegler und Haussperling zu den Kulturfolgern und sind aus den Dörfern und Städten nicht wegzudenken. Trotz dieser Anpassung gehören die Mehl- und Rauchschwalben schon seit Jahren zu den Sorgenvögeln des Naturschutzes. Dass sich die Lebensbedingungen für unsere Sommerboten verschlechtert haben, hat mehrere Ursachen.

Durch die Versiegelung vieler Feldwege, Einfahrten und Plätze finden Schwalben immer seltener Pfützen und Lehm für ihren Nestbau. Zudem gibt es durch die massiven Veränderungen in der Landwirtschaft immer weniger fliegende Insekten. Ausgerechnet sie bilden aber die Nahrungsgrundlage unserer Sommerboten.

In Städten und Gemeinden verschwinden viele Nester durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, häufig werden sie leider auch bewusst beseitigt. Oftmals stören sich die Menschen daran, dass ihre Balkone oder Hauswände durch Schwalbenkot verschmutzt werden. Der Ärger lässt sich jedoch leicht beheben, indem unter den Nestern Kotbretter angebracht werden, die den Schmutz auffangen. Diese können gereinigt werden, sobald die Schwalben den Herbstzug antreten – der Kot ist übrigens hervorragend als Blumendünger geeignet.

Die Freude an den in Scharen fliegenden Schwalben hat Gerda Tossenberger dazu bewogen, die Anzahl der vorhandenen Schwalbennester sogar zu verdoppeln. Dazu wurde sie von den Nabu-Aktiven unterstützt. Dass trotz Renovierungsarbeiten an den Außenwänden Schwalben nicht vertrieben werden, zeigt das Haus der Familie Dölker. Die Arbeiten wurden außerhalb der Brutsaison ausgeführt und dann auch hier die Anzahl der Nester vergrößert. Mit Unterstützung des Nabus konnte so dem natürlichen Verhalten der Schwalben Rechnung getragen wurde, denn die Vögel fühlen sich in Gesellschaft nicht nur in der Luft am wohlsten, sondern brüten auch bevorzugt in Gruppen, die auch Kolonien genannt werden.

Schutz für Schwalben

Schwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten. Sie dürfen deshalb weder gestört, gefangen, getötet noch ihre Quartiere zerstört werden. Das gilt auch für Nester, die aktuell nicht bewohnt werden. Sind Brutplätze von Schwalben bei Baumaßnahmen betroffen, müssen die Eingriffe mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen und gegebenenfalls genehmigt werden. Bei frühzeitiger Planung lassen sich meist einfache Lösungen finden, um den Schwalben trotz Sanierung auch weiterhin Platz zu bieten.
Beratung bietet hier auch die Hechinger Nabu-Gruppe an:
Wolfgang Fuchs, Telefon 0171/4375 047. Interessante Informationen finden sich auch unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/schwalbenfreundliches-haus