Hechingen Musikalisches Feuerwerk vor der Villa Eugenia

Hechingen / Antonia Lezerkoss 02.07.2018
Stadtkapelle  und Landesjugendjazzorchester begeistern mit einem bunten, facettenreiche Programm.

Es stimmte alles: die locker- lebendige Atmoshäre vor der einzigartigen Kulisse der Villa Eugenia, beschwingte „goldene Hits“ als erfrischend abwechslungsreiche, musikalische Zeitreise, feurige, südamerikanische Rhythmen, dazu der fulminante Auftritt des Landesugendjazzorchesters, hinzu kam ein lauer Sommerabend. Wie so oft hatten die Organisatoren auch beim 15. Open-Air-Konzert des großen Blasorchesters unter der Leitung von Musikdirektor Bernd Haid ein „glückliches Händchen“.

Ein nettes Quantum Rock

Reif und ausdrucksstark zeigte sich das Zusammenspiel des Orchesters bei Swing, Pop und einem netten Quantum Rock. Mit markanter Percussion, glanzvollem Blech und imponierendem Bass als Basisisound eröffnete Luigi di Ghisallos Rock-Ouvertüre „Open Air” den Abend. Bei „Eighties Flashback“ rockten die Musiker mit „Thriller“, „Time after“ und „Eye of the Tiger“ die Bühne und ließ das vielzählige Publikum im Geist der 80er Jahre schwelgen. Vor allem mit seiner dynamischen Bandbreite und Fähigkeit, sich den verschiedenen Szenerien atmosphärisch anzupassen, bewies der jederzeit präzise agierende und souverän swingende Klangkörper viel Einfühlungsvermögen. Einmal in Fahrt, nahmen die Musiker jede Hochgeschwindigkeitshürde. Bei der eingängigen Swingnummer „Isn’t she lovely“ tauchten die Musiker ein in ein sanft-melodisches Klangszenario. Die sich im wiegenden Rhythmus bewegenden Melodien der „Samba-Time“, mit Manuel Steidel, Saxophon, und Lisa Wasserkampf, Flöte, als Solisten, entführten die Zuhörer mit heißen Latino-Rhythmen nach Südamerika. Perez Prados Latin-Jazz-Klassiker „Mambo Jambo“ interpretierten die Musiker ebenso großartig wie den jenseits der Vergänglichkeit klingenden 60er-Jahre-Sound der Beatles, mit „Here comes the Sun“, „In My Life“ und „Can’t buy me Love“. Soundsatt und funkensprühend ließ George Gershwins melodisch-rhythmischer „Summertime Stomp“ aufhorchen, bei „Bare Necesseties“ (arrangiert von Terry Gilkyson) setzte Dirigent Bernd Haid sämtliche Register wirkungsvoll in Szene.

Dann hieß es Bühne frei für das Landesjugendjazzorchester. Diese begabten jungen Leute legten mit fetzigem Sound und gebotener Smartness los. Unter der Leitung von Klaus Graf präsentierten die ins musikalische Berufsleben strebenden Nachwuchsmusiker im Alter von 15 bis 25 Jahren bestes und mitreißendes Big-Band-Entertainment – lässig groovend, schwungvoll, präzise und mit eleganter Leichtigkeit vorgetragen. Satte Tutti-Sätze und eine ganze Reihe virtuoser Solisten machen die effektvollen Stärken der Band aus. Stücke wie „On the sunny Side of the Street“, „Pacific Rainbow“ und „Big Dipper – mit Samuel Restle als Solisten – beeindruckten neben glanzvollen, raffinierten Instrumentalsoli durch klare, strahlende Blechbläsereinsätze, ausgeklügelte Pianopassagen und fundierte Bassbegleitung.

Vereint zum Finale

Mit einem kleinen spritzigen Feuerwerk und dem faszinierenden „Music was my First Love“ von John Miles vereinten sich beide Orchester zum großen Finale auf der Bühne. Ein hervorragend aufgelegter Klaus Jetter führte mit seiner charmanten, motivierenden Art durch das Programm. Während der Pause bot das Stadtkapellen-Team Getränke und Häppchen an.

Stadtkapelle spielt beim Kinderfest

Das nächste Mal zu hören ist die Stadtkapelle beim Hechinger Kinderfest: am Freitag, 13. Juli, 19 Uhr, beim Fassanstich; Samstag, 14. Juli, 20 Uhr, beim Platzkonzert und bei der Festhandlung; am Sonntag, 15,. Juli, 13.30 Uhr, beim Festumzug.

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