Es ist das Projekt für Bisingen, manche sprechen gar vom Jahrhundertprojekt: das Maute-Areal. Vor zwei Jahren hat sich die Gemeinde die rund 1,6 Hektar Industriebrache in der Ortsmitte gesichert. Was lässt sich nun daraus machen?

Am Mittwochabend hatte die Gemeinde zu einer zweiten großen Informationsveranstaltung in die Hohenzollernhalle eingeladen. Umfassend wurde die bisherige Entwicklung vorgestellt. Mit der STEG, Stadtentwicklungs GmbH, hat die Gemeinde dabei einen professionellen Partner an der Seite. Bürgermeister Roman Waizenegger ist es wichtig, Projektentwicklung- und umsetzung schön getrennt zu halten.

Jahrhundertprojekt für Bisingen

Wie sieht der Stand der Dinge aus? Die Gemeinde wünscht sich einen Mischung aus Wohnen, Arbeiten, öffentlicher Fläche.

Doch bevor Neues entstehen kann, muss Altes (Stichwort Kamin und Kesselhaus) saniert oder weggeräumt werden. Die Firma Berghof Analytik und Umweltengineering hat sich angeschaut, was auf dem Gelände ist. Und da findet sich so einiges, von asbesthaltigen Rohrisolierungen bis zu teerhaltiger Dachpappe. Das kostet natürlich, egal, ob saniert oder abgebrochen (und ordentlich entsorgt) wird. Doch das Maute-Areal birgt wohl nichts, was über den üblichen Rahmen hinaus ginge. Sorge bereitet noch das Grundwasserproblem im Bereich Kesselhaus. Immerhin: Das Grundwasser ist nicht verunreinigt.

Die Firma Berghof hat es vorsichtig hochgerechnet. Kommen alle alten Gebäude weg, liegen die Abbruchkosten bei rund 2,56 Millionen Euro (netto).

Online-Petition für den Kamin

Für den Kamin ist die Entscheidung im Gemeinderat bereits gefallen. Das Ingenieurbüro Michael Sieber stellte fest: Der Kamin ist schon bei Wind nicht mehr standsicher. Für den Erdbebenfall wurde das gar nicht mehr überprüft. Der Kamin muss aus Sicherheitsgründen weg. Und das so schnell wie möglich.

Nicht jeder mag sich damit abfinden. Inzwischen läuft eine Online-Petition: „Rettet den Maute-Kamin“. Bis Mittwochabend fanden sich 33 Unterstützer, 19 aus Bisingen (openpetition.de).

Kamin kommt weg – Was wird aus dem Kesselhaus?

Die Untersuchungsergebnisse für das Kesselhaus will das Ingenieurbüro Sieber bis Ende des Monats vorlegen. Sie sollen dann in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats vorgestellt werden.

Dann ist es Zeit für grundsätzliche Entscheidungen, damit es es in der ersten Jahreshälfte 2020 an die Rahmenplanung gehen kann. Mitte, Ende 2020 soll  es ganz konkret um Konzeption, Nutzer und Gestaltung gehen, ab 2021 um die Auswahl der Investoren. Die Zeit für Geld und Bau ist günstig.

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Bisingen

Wohnen, Arbeiten, öffentliche Fläche


2002 hatte der Wäscheproduzent Maute in Bisingen den Geschäftsbetrieb eingestellt.

2007 kam das gut 1,6 Hektar große Areal unter den Hammer. Ein Finanzdienstleister holte sich für 400 000 Euro den Zuschlag. Pläne für die Industriebrache gab es viele, mal mit Ärztehaus, mal mit Edel-Spielothek. Doch Eigentümer und Gemeinde kamen einfach nicht zusammen. Statt dessen gab es zehn Jahre lang einen Haufen Schutt und Ärger.

2017 kam schließlich die Wende: Am 28. November gab es – auf Betreiben Bisingens – erneut einen Zwangsversteigerungstermin für das Maute-Areal. Dieses Mal sichert sich die Gemeinde bei 950 000 Euro den Zuschlag, Von jetzt an hat sie es in der Hand, was aus dem Maute-Areal wird.

2018 gab es im November eine erste Informationsveranstaltung. 2019 im November folgte nun Nummer zwei. Ende des Jahres, wahrscheinlicher aber Anfang 2020 will sich der Gemeinderat an die Grundsatzentscheidungen wagen.

2021 könnte es an die Investor(en)auswahl gehen.