Seit beide Eltern tot waren, wurden seine Besuche unterm Zoller seltener. Aber Klaus Kinkel, der jetzt im Alter von 82 Jahren gestorben ist, ist im Herzen immer ein Sohn der Stadt geblieben. Obwohl in Metzingen geboren, nannte der FDP-Politiker stets Hechingen seine Heimat. Kein Wunder, hier ist er aufgewachsen, hier machte er Abitur - und hier scheiterte er einst gegen Norbert Roth als Bürgermeisterkandidat. Er hat es verwunden. Geheimdienstchef (mit dem gebürtigen Hechinger Mischa Wolf als DDR-Gegenstück!), Bundesaußenminister und FDP-Vorsitzender waren keine schlechten Alternativen für den Schultesposten. Seinen letzten, ganz großen Auftritt in Hechingen hatte Kinkel beim Neujahsempfang im Januar 2013. Da platzte das „Museum“ schier aus den Nähten, und der berühmte Freidemokrat schwäbelte sich durch seine Hechinger Vergangenheit. Das Publikum war begeistert. Als Wahlkämpfer für seine FDP im Konstantinsaal hatte er danach wiederholt seine ihm innig vebundene Zuhörerschar.