Und sie funktioniert doch, die Integration der vielen Zugewanderten. Zumindest schwerpunktmäßig. Musste man noch vor gar nicht langer Zeit heftig dafür werben, so können inzwischen viele gelungene Projekte vorgezeigt werden. Die Interkulturelle Woche gibt dafür eine hervorragende Plattform. Seit Freitag und noch bis Sonntag, 29. September, präsentieren die drei großen Zollernalb-Kommunen in mannigfaltigen Veranstaltungen, wie sie ihre Neubürger schon erfolgreich heimisch gemacht haben. Ein treffliches Gegenmittel zu den tumben Parolen, dass die Einheimischen doch bitte unter sich bleiben sollen.

Albstadt macht den Dritten

Noch vor Jahresfrist war die Interkulturelle Woche eine Sache von Hechingen und Balingen gewesen. Dieses Jahr ist Albstadt hinzugekommen. Und 2020 sollen möglichst viele weitere Kommunen des Landkreises mitmachen. Dafür warben im Namen der Organisationsgruppe Hanna Johner und Mechthild Uhl-Künzig. Die Integrationsbeauftragte der Stadt Hechingen und die Leiterin der Migrationsarbeit des Caritasverbands Zollern führten durch den zentralen Auftaktabend im Hechinger „Museum“. Ganz nebenbei, so könnte man meinen, bekommt auch das Zusammenwachsen des Zollernalbkreises durch die Aktionswoche einen kräftigen Schub.

Die Erste Beigeordnete Hechingens, Dorothee Müllges, unterstrich, dass das Zusammenleben unterschiedlicher Menschen eine Chance auch zum persönlichen Wachstum sei. Aber: „Dazu braucht es Begegnungen und Dialog.“ Die Interkulturelle Woche nannte die Bürgermeister-Stellvertreterin „ein starkes Signal fürs Zusammenleben von Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte.“

Appetit auf die ebenso zahlreichen wie unterschiedlichen Termine machte Elmar Schubert, der Geschäftsführer des Caritasverbands Zollern. Der gehört neben kommunalen, kirchlichen und privaten Einrichtungen und Initiativen zu den vielen Machern der Woche.

Lebendiges Miteinander

Das Programm der Eröffnungsfeier war kurzweilig, spannend und unterhaltsam – ohne jegliche Übertreibung. Besonders schön: Gezeigt wurde das lebendige Miteinander, das es schon längst gibt. Auf der Bühne tummelten sich drei junge Musiker aus Gambia, die als Asylbewerber in Isingen leben, und der Akrobat Sydon Ally Mwagurumbe aus Tansania munter neben einem Querflötenduo der Hechinger Stadtkapellenjugend und Sängern und Tänzern des Gymnasiums Hechingen. Integration in Zahlen verkörperte die Vorbereitungsklasse der Werkrealschule Hechingen: In nicht weniger als 15 Sprachen sagten die Schülerinnen und Schüler das Wort „Friede“.

Zwei neue Projekte gestartet

Gestartet wurden zwei Projekte, die es extra für die interkulturellen Tage gibt und bei den Veranstaltungen zugegen sein werden. Ina Simone Petri und Khadija Al Ghanem laden ein zum Häusermalen bei „Wir bauen aufeinander“ und Almut Petersen stellte mit Bircan Özkan das Interreligiöse Friedensgebet vor, für das man bis Freitag seine Beiträge abgeben kann. Das Ergebnis wird im Hechinger Jugendzentrum präentiert. Das ist dann auch der Abschluss der Woche in Hechingen. Das eigentliche Finale, die Disco für alle im Juz, muss ausfallen, weil die Feuertreppe noch nicht fertig ist. Das scheint allerdings das einzige zu sein, was bei der groß angelegten Woche nicht funktioniert!

Bestens angekommen ist bei der Eröffnungsfeier das internationale Buffet. Das war vor allem frisch und fleischlos gehalten, also gesund und doch lecker.

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