Rangendingen hat ab Mai einen neuen Revierförster: Gabriel Werner heißt er und ist Nachfolger von Hubert Münch. Das teilt Patrizia Hirt, Sprecherin des Landratsamts Zollernalbkreis, auf HZ-Anfrage mit. Hubert Münch geht demnach in den Ruhestand. Sein letzter Arbeitstag ist am Montag, 29. April.

Der 65-jährige Münch blickt auf eine lange Amtszeit in Rangendingen zurück. Sage und schreibe 40 Jahre lang war Münch dort tätig. 1979 übernahm er das Revier und trat die Stelle somit direkt nach dem Studium an. Als Revierleiter betreut der 65-Jährige den Gemeindewald Rangendingen mit 584 Hektar und Teile des Stadtwaldes Haigerloch – die Ortsteile Stetten und Owingen – mit 482 Hektar. Zusätzlich ist er noch für 15 Hektar Kirchenwald und 295 Hektar Kleinprivatwald zuständig.

Als Forstrevierleiter steht Münch – und nun auch bald Gabriel Werner – den Privatwaldbesitzern für die Beratung und Betreuung zur Verfügung. Neben der Waldbewirtschaftung war Hubert Münch maßgeblich an der Waldolympiade der Schulen beteiligt und hat die Gemeinde Rangendingen in allen „grünen Fragen“ beraten. Sein Nachfolger Gabriel Werner wird bereits jetzt von ihm eingearbeitet.

Gabriel Werner arbeitet seit Juni 2018 beim Landratsamt. Er betreut zur Zeit die Privatwälder von Hechingen. Hubert Münch wird am Samstag, 17. Mai, beim Waldbegang in Rangendingen wahrscheinlich zum letzten Mal im aktiven Dienst öffentlich auftreten. Als Förster wird der 65-Jährige dann nicht mehr weitermachen. Ein einschneidendes Ereignis während seiner Dienstzeit, das er nie vergessen wird, ist, als Sturm Lothar am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 über das Land fegte. Warum Hubert Münch Föster werden wollte? „Mein Vater war bereits Förster“, antwortet er. Das Revier Rangendingen habe sich im Laufe der Zeit verändert. „Früher war ich auch für Stein, Bechtoldsweiler und Grosselfingen zuständig“, sagt er.

Die Klimaveränderung im Revier Rangendingen sei bereits jetzt spürbar. „Es müssen verstärkt Baumarten gepflanzt werden, die Hitze und Trockenheit besser als die Fichte ertragen, zum Beispiel Eiche und Douglasie“, betont er. Die Bewirtschaftung habe sich weg von Kahlschlag mit nachfolgender Pflanzung hin zur Naturverjüngung entwickelt. „Als ich vor fast 40 Jahren anfing, war es wichtig, genügend Brennholz und Weihnachtsbäume bereitzustellen“, erläutert Münch. Brennholz sei auch weiterhin wichtig geblieben, aber gut gepflegte Waldwege und ein harmonisches Landschaftsbild als Freizeitkulisse für Erholungssuchende seien ebenfalls erstrebenswert. „Der Wald ist immer wichtiger für die erholungssuchenden Menschen geworden“, betont Münch.

Auf seinen Ruhestand freut er sich: „Jetzt kann ich mich intensiv um meine Enkel kümmern und bei schönem Wetter E-Bike fahren“, sagt der 65-Jährige. Außerdem wird er sich verstärkt seinen Hobbys wie der Gartenarbeit und dem Kochen alter schwäbischer Gerichte zuwenden.