Der Hechinger Dirigent Michael Koch:: „Ich brenne für die Stadtkapelle“

Michael Koch ist seit März neuer Dirigent der Hechinger Stadtkapelle – und zugleich ihr größter Fan.⇥
HegeleDieses Funkeln in den Augen, wenn er von der Stadtkapelle spricht! Ja, das Hechinger Orchester hat in seinem neuen Dirigenten Michael Koch seinen größten Fan. Und der 52-Jährige bekennt auch frank und frei: „Ich brenne für die Stadtkapelle.“
Eine reizvolle Aufgabe
Das war schon vor seinem Engagement in der Zollernstadt so. Als die Musikerinnen und Musiker nach dem Rückzug des langjährigen Dirigenten Bernd Haid in die „Stellenausschreibung“ gingen, packte Michael Koch die Gelegenheit beim Schopf. Er bewarb sich. Haids Nachfolge anzutreten und damit ein „Traditionsorchester“ führen zu dürfen, um dessen Qualitäten er wusste, das reizte ihn über alle Maßen. Umgekehrt war auch den Hechingern der Name Koch ein Begriff. Ein studierter Musiker (Klarinette und Saxophon), Lehrer an den Musikschulen in Mössingen und Balingen… und dazu Dirigent des Musikvereins in Balingen – das, so wurde befunden, passt!
Heute, nach neun Monaten in Diensten der Stadtkapelle, sagt Michael Koch: „Die Musikerinnen und Musiker möchten eine zielgerichtete Fortentwicklung nehmen. Das spüre ich in der Probenarbeit und -präsenz – und in der Erwartungshaltung, die mir die Kapelle entgegenbringt.“ Das begeistere ihn, macht der Dirigent deutlich.
Die „Visitenkarte der Stadtkapelle“ schärfen
Kein Laissez-faire angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie und der damit verbundenen Absage einer öffentlichen Veranstaltung nach der anderen – wie ganz aktuell die des Jahreskonzerts, das für den Sonntag terminiert war? Nein! Weil es gemeinsamer Anspruch sei, „die Visitenkarte der Stadtkapelle“ so zu schärfen, dass sie als Konzertorchester wahrgenommen wird, und auch als Vertreterin der Stadt Hechingen bei offiziellen Anlässen.
In der guten Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem Führungsduo Katja Kohler/Ulrike Stoll-Dyma an der Spitze habe er in den vergangenen Monaten eine „gemeinsame Schnittmenge“ darüber gefunden“, welchen Anspruch das Orchester an ihn, Koch, und er an die Kapelle hat. Nämlich? „Wir wollen das musikalische Vermögen nicht nur absichern, sondern steigern – und damit den Ruf der Stadtkapelle konsolidieren.“ Im Großen (Blasorchester) wie im Kleinen (den Ensembles).
In der „guten Oberstufe“ angesiedelt
Das musikalische Niveau des Orchesters siedelt Michael Koch aktuell in der „guten Oberstufe“ an – mit der Ambition, „wieder in die Höchststufe hineinzuwachsen“. „Wir alle wollen das“, sagt der Dirigent. Und wie lässt sich das Vorhaben an? „Wir sind, trotz immer wieder verordneter Probenpausen, auf einem guten Weg.“ Wobei Michael Koch das „Wir“ wichtig ist – in allen Bereichen. Wolle man ein „Orchester mit Profil“ formen, gehe das nur gemeinsam. Und in der steten Auseinandersetzung.
Kochs Vorgänger machte nie ein Geheimnis daraus, dass er nicht eben der größte Polka-Fan ist – worauf könnte der 52-Jährige verzichten? „Es gibt“, sagt er, „Literatur, die für eine Blaskonzertkapelle nicht geeignet ist“ – aber: „Ich mag eine gut ausgearbeitete Polka ebenso gerne wie einen konzertanten Marsch oder sinfonische Bläsermusik.“ Das Schöne dabei: „Die Stadtkapelle bildet die gesamte Bandbreite ab!“Am ersten Adventssonntag hätte man unter dem Titel „Europa im Wandel der Zeit“ die ein oder andere Klangprobe zu hören bekommen. Hätte… es sollte, es konnte und durfte nicht sein. Vielleicht klappt’s ja mit dem Weihnachtsblasen vor dem Rathaus. Dabei ist Michael Koch gedanklich bereits im Frühjahr. Da möchte er – wenn’s Corona erlaubt – in die Ensemble- und Bläsergruppenarbeit einsteigen. Getreu dem Motto: „Im Kleinen starten und im Großen bündeln“ – eventuell fürs Open Air im nächsten Frühsommer!
Insgesamt gut aufgestellt in den Registern
An den Musikerinnen und Musikern liegt’s nicht. Deren „Motivation ist groß und die Spielleistung stimmt“, kommt Michael Koch neuerlich ins Schwärmen. Hat er denn überhaupt noch offene Wünsche? Gerne wüsste er noch drei weiteren Posaunen, eine Tuba und ein Fagott in den Reihen des Orchesters. Jedoch: „Insgesamt sind wird gut aufgestellt“… für die Zeit nach der Krise.
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Die Stadtkapelle in den sozialen Medien
Das für den morgigen Sonntag, 29. November, terminierte Jahreskonzert der Stadtkapelle Hechingen muss coronabedingt ausfallen. Aber: Der Social Media Bereich der Stadtkapelle hat sich alternativ etwas einfallen lassen. Mitschnitte vom letztjährigen Jahreskonzert sollen über YouTube/Facebook/Homepage abrufbar gemacht werden. Man darf gespannt sein.
