Er wird als Held in der Krise gelobt: Wolfgang Grupp, Chef des Sport- und Freizeitbekleidungsherstellers Trigema in Burladingen,  hat auf den eklatanten  Mangel an Atemschutzmasken reagiert und seine Produktion kurzfristig auf die Herstellung eines „wiederverwendbaren Mundschutzes aus Stoff“ umgestellt. Inzwischen hat sich ein Konkurrenznunternehmen zu Wort gemeldet und erhebt schwere Vorwürfe gegen Grupp.

Kritik an Gesichtsschutz: „Wie eine Kapuze als Fahrradhelm“

Wie die Badische Neueste Nachrichten (BNN) berichtet, bezweifelt die auf medizinische Schutzausrüstung spezialisierte Firma Dach aus Rastatt den Nutzen der Atemschutzmasken made by Trigema. Der textile Gesichtsschutz aus Burladingen schütze nicht gegen die aggressiven Coronaviren, sagt der Geschäftsführer der Firma, Ming Gutsche. Er wird mit den Worten zitiert: „Das ist in etwa so, wie wenn Sie eine Kapuze als Fahrradhelm verkaufen.“

Dem Trigema-Chef wirft die Rastatter Firma „Geschäftemacherei“ vor. Besonders heftig kritisieren die Ratsatter das Online-Angebot der Firma Trigema: ein Zehnerpack Masken für 120 Euro. Es sei „unverantwortlich und gefährlich“, zitiert die BNN aus einem Schreiben der Firma Dach, „in Zeiten der Not Produkte auf den Markt zu bringen, um mit der begründeten Sorge der Menschen Profit zu machen, obwohl die Produkte keinerlei reale Schutzwirkung entfalten.“

Grupp stellt klar: „Man hat mich darum gebeten zu helfen

Trigema-Chef Grupp hat laut BNN bereits auf die Vorwürfe reagiert. Der Unternehmer wird wie folgt zitiert: „Ich habe mir den Mund- und Nasenschutz nicht ausgedacht, um in einer Krisensituation Geld zu verdienen, sondern weil man mich darum gebeten hat zu helfen.“ Kliniken seien auf ihn zugekommen und hätten gefragt, ob Trigema solche Schutzmasken herstellen könne. In ihren Online-Shop weist die Firma Trigema auch darauf hin: „Noch keine Zertifizierung und nicht medizinisch geprüft“.

Wie berichtet, hat Wolfgang Grupp diese Woche den größten Teil der Produktion umgestellt auf Mundschutzmasken. Nächste Woche soll die Produktion auf 100 000 Stück hochfahren werden. Dem Unternehmen liegen zahlreiche Bestellungen aus Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und anderen Bereichen vor.