Wer am Sonntag, 14.03.2021, am Montag, 15.03.2021, oder am Dienstag, 16.03.2021, einen AstraZeneca-Impftermin in Tübingen hat, guckt in die Röhre: Das Zentrale Impfzentrum Tübingen sagt insgesamt 980 Impftermine kurzfristig ab, weil AstraZeneca seine Liefermengen reduziert hat.

Betroffene werden nicht einzeln informiert

Wichtig: Es gibt keine individuellen Absagen und keine automatischen Ersatztermine. Die Betroffenen müssen sich eigenständig um einen neuen Impftermin bemühen. Von der Absage nicht betroffen sind Impfberechtigte, die Termine für Impfungen mit Biontech oder Moderna haben.
Das Landratsamt Zollernalbkreis teilt ergänzend mit: Das Kreisimpfzentrum Meßstetten ist von der Reduktion der Impfstofflieferungen nicht betroffen.

Liefermengen kurzfristig reduziert

In der Pressemitteilung des Tübinger Landratsamtes heißt es: „Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat dem Zentralen Impfzentrum in Tübingen am 9. März 2021 mitgeteilt, dass die zugesagten Impfstofflieferungen AstraZeneca kurzfristig wegen der Reduktion der Liefermengen an das Land reduziert werden. Nachdem die Impfzentren vom Sozialministerium angewiesen wurden, bei AstraZeneca-Impfstoff keine Rücklagen zu bilden, müssen nun kurzfristig vereinbarte Termine abgesagt werden.
Dies führt im Impfzentrum in Tübingen am Sonntag, 14.03.2021, zu 140 Terminabsagen, am Montag, 15.03.2021, und Dienstag 16.03.2021, jeweils zu 420 Absagen, zusammen 980 Termine.“

Neue Termine über 116 117 derzeit fast nicht zu kriegen

Und weiter: „Es können keine Termine individuell abgesagt oder beibehalten werden. Die Terminabsagen müssen über ein standardisiertes Schreiben des Terminservice-Programms des Landes erfolgen. Darin sind die Gründe nicht angegeben. Deshalb versucht das Impfzentrum, über die Presse die Bevölkerung zu informieren. Der Landkreis Tübingen bedauert diesen Umstand außerordentlich – zumal die Bürgerinnen und Bürger neue Termine über die 116 117 vereinbaren müssen, was aufgrund der derzeitigen Impfstoffknappheit kurzfristig im Impfzentrum in Tübingen kaum möglich sein wird.“

Lieferprobleme bei Corona-Impfung: Sozialministerium widerspricht Landratsamt Tübingen

Dem widersprach das Sozialministerium am Donnerstag energisch. Eine Sprecherin verwies in Stuttgart darauf, dass der Hersteller den Bund über die Lieferverzögerungen informierte. Die Terminvereinbarungen erfolgten jedoch auf der Basis der Ankündigungen über höhere Mengen.
Bei den abgesagten Termine handele es sich um Erstimpfungen, sagte eine Sprecherin des Landratsamts. „Die Leute müssen einen neuen Termin ausmachen.“ Nach Angaben des Sozialministeriums bedeuten die aktuellen Verzögerungen bei Astrazeneca für die meisten Impfzentren 100 Impfdosen weniger in der zehnten Kalenderwoche und 200 Impfdosen weniger in der elften Kalenderwoche. Da Tübingen besonders schnell beim Verimpfen von Astrazeneca gewesen sei, sei man dort durch eine frühere Lieferkürzung schon vor dem Problem gestanden, Termine absagen zu müssen. „Das konnte vermieden werden, indem das Kreisimpfzentrum Reutlingen zur Überbrückung Impfdosen zur Verfügung gestellt hat.“
Die Sprecherin des Sozialministeriums erklärte weiter, da Tübingen die geliehenen Impfdosen jetzt zurückgeben müsse, summierten sich die fehlenden Impfdosen durch die jetzt von Astrazeneca angekündigte Lieferkürzung. So komme es, dass in Tübingen 980 Termine abgesagt werden mussten.