Patienten und Kollegen trauern um Dr. Rolf von Pein, der am 26. November nach längerer Krankheit zuhause verstorben ist. Hechingen verliert mit ihm einen engagierten Arzt, der als niedergelassener Chirurg, Unfallchirurg und Durchgangsarzt für die Bewohner der Stadt und der umliegenden Gemeinden von 1980 bis 2009 stets präsent und ansprechbar war.

Gebürtiger Hanseat

Rolf von Pein wurde am 14. Februar 1944 in der Hansestadt Lübeck geboren, in der er bis zum Abschluss seiner Schulzeit aufgewachsen ist und von deren weltoffener Atmosphäre er geprägt wurde. Nach dem Abitur begann er 1966 das Medizinstudium an der Universität Tübingen und fand bald einen Grund, oft den Weg nach Hechingen zu nehmen und schließlich durch die Eheschließung mit Birgit von Pein, geborene Jordan, im Jahr 1972 auch Wurzeln zu schlagen.

Im selben Jahr begann er nach seiner Approbation als Arzt – seinem tatkräftigen Naturell folgend – seine Ausbildung zum Chirurgen an den Chirurgischen Abteilungen der Krankenhäuser Balingen und Schwäbisch Gmünd, wobei er an letzterer die Zusatzausbildung zum Unfallchirurgen machte. Kurz vor seinem Tod hat er noch einmal über seine Krankenhaustätigkeit voller Begeisterung berichtet, die er sich während seines ganzen weiteren Berufslebens hat erhalten können.

Ab 1980 Praxis in Hechingen

1980 ergab sich für Dr. von Pein unverhofft die Möglichkeit und Gelegenheit, in Hechingen eine Chirurgische und Unfallchirurgische Praxis einschließlich der Zulassung der Berufsgenossenschaften zu übernehmen, die er bis 2009 geführt hat. Dabei wäre die Arbeit von Dr. von Pein ohne die Mitarbeit seiner Frau Birgit undenkbar gewesen, die ihren Beruf als Lehrerin zugunsten der Praxis aufgab und die an deren Erfolg maßgeblichen Anteil hatte.

Offenes Ohr für die Patienten

Dr. von Peins hanseatischem Wesen entsprach es, mit seinen Patienten offen, direkt und gerade heraus zu reden und dabei gleichzeitig ein offenes Ohr für ihre persönlichen Sorgen zu haben, so dass er zu ihnen eine Basis von Vertrauen schaffen konnte. Auch seine kollegiale Zusammenarbeit mit der Chirurgischen Klinik am damaligen Hechinger Krankenhaus soll nicht unerwähnt bleiben.

In Sorge um das Wohl seiner Patienten war es für ihn eine große Erleichterung und Genugtuung, seine Praxis 2009 an den Nachfolger, Privat-Dozent Dr. Thomas von Einsiedel, übergeben zu können.

Tennisspieler und Skifahrer

Rolf von Peins kommunikativer Gabe entsprach es, vielfältigen Kontakt zu seinem großen Freundeskreis inner- und außerhalb von Tennis- und Skiclub zu pflegen und sich neben seinem sportlichen Ausgleich auch als Turnierarzt zu engagieren, was ihm nach seiner Praxisübergabe zeitlich auch leichter fiel.

Während seines Berufslebens fand er seinen großen Ausgleich bei der Gestaltung und in der Pflege seines großen Gartens, der verborgen hinter der Eingangsmauer einer Oase gleichkommt und Ort vieler denkwürdiger Feste war.

Sein ganzer Stolz und seine ganze Freude waren jedoch seine Tochter Verena mit ihren beiden Söhnen, seinen Enkeln, Lasse und Mika, die gleichermaßen die Fähigkeit zu schnellem Denken wie auch zum schnellen Skifahren geerbt haben.

Die Patienten, Kollegen und Freunde von Dr. Rolf von Pein werden ihn vermissen und ihn in ehrendem Andenken behalten. Dabei gilt seinen Angehörigen unser aller Mitgefühl und Anteilnahme.

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