5,4 Prozent nach aktuellen Hochrechnungen für die FDP bundesweit bei der Europawahl: Das ist nicht berühmt. Dieses Resultat trübt aber nicht die Freude des Münsingers Andreas Glück. Der 44-jährige Spitzenkandidat der baden-württembergischen FDP freut sich unbändig darüber, dass er als Nummer 3 der Bundesliste den Sprung ins Europaparlament geschafft hat. Im Juli, so sagte er gegenüber der HZ, werde er seinen Sitz im Stuttgarter Landtag für seinen Ersatzbewerber Rudi Fischer aus Metzingen räumen, um ins EU-Parlament zu wechseln.

„So wie es aussieht, haben wir die Mandate im EU-Parlament verdoppelt. Das muss man erst einmal hinkriegen“, sagte Glück am frühen Abend, auf sechs Mandat hoffend (nach bisher drei). Andreas Glück: „Das ist doch eine Nummer. Das freut mich.“ Wahrscheinlich werden es aber doch nur fünf werden.

Rundum positiv sieht der Chirurg, der erstmals bei einer Europawahl antrat, auch das Abschneiden der Liberalen in Baden-Württemberg. Angesichts der sich abzeichnenden 7,1 Prozent habe sich der Teamgedanke, zu dem die Liberalen im Land rasch gefunden hätten, bewährt. Ursprünglich war die Spitzenkandidatur heiß umstritten gewesen.

Bei Andreas Glück stand am Wahlabend das Telefon nicht still. „Es rufen echt viele Leute an und gratulieren mir, auch viele Landtagskollegen aus den anderen Parteien.“

Norbert Lins muss zittern

Im Gegenzug droht der regionale CDU-Europaabgeordnete Norbert Lins sein Mandat zu verlieren. Der 41-jähriger Pfullendorfer wird noch Stunden zittern müssen. Angesichts der aktuellen Hochrechnung für die CDU in Baden-Württemberg – 30,5 Prozent – hat Lins freilich wieder Hoffnung geschöpft. „Meine Chance steigt gerade mit jeder Hochrechnung“, sagte Lins im Gespräch mit der HZ. Innerhalb der deutschen CDU kämpften gerade sechs Kandidaten um vier Plätze im Europaparlament. Sollte die Südwest-CDU über 30 Prozent bleiben, könnte es der Spitzenkandidat der CDU Württemberg/Hohenzollern gerade so schaffen. „Es geht um Nachkommastellen“, weiß Lins, der daheim in Pfullendorf sitzt, den „Tatort“ guckt und nebenher die Hochrechnungen verfolgt.