Hechingen „Für mich geht die WM jetzt erst richtig los“

Deutschland gelingt in Russland die Titelverteidigung, davon ist die Hechinger Einzelhändlerin Vera von der Goltz felsenfest überzeugt. An diesem Mittwoch soll ab 16 Uhr mit einem deutlichen Sieg gegen die Elf von Südkorea der Grundstein dafür gelegt werden.
Deutschland gelingt in Russland die Titelverteidigung, davon ist die Hechinger Einzelhändlerin Vera von der Goltz felsenfest überzeugt. An diesem Mittwoch soll ab 16 Uhr mit einem deutlichen Sieg gegen die Elf von Südkorea der Grundstein dafür gelegt werden. © Foto: Sabine Hegele
Hechingen / Sabine Hegele 27.06.2018
„Spielen Sie mal Bundestrainer!“ Die fußballbegeisterte Einzelhändlerin Vera von der Goltz glaubt an die Titelverteidigung.

Auch Frauen können Fußball! Ein gutes Beispiel dafür ist die Hechinger Einzelhändlerin Vera von der Goltz. Ins Kindesalter zurück reichen ihre ersten Erfahrungen mit dem runden Leder: Einst hat sie in der Sickinger Jungenmannschaft mitgekickt, als das gemischte Team aufgelöst wurde, wechselte sie in die Mädchenmannschaft des TSV Stein. Heute, mit 55 Jahren, ist ihre Leidenschaft für König Fußball ungebrochen groß. Die HZ sprach mit ihr über das dritte WM-Vorrundenspiel der deutschen Nationalelf gegen Südkorea an diesem Mittwoch: Spielen Sie mal Bundestrainer, Frau von der Goltz!

Lange musste Deutschland im Spiel gegen Schweden auf den Sieg warten. Wie haben Sie die Begegnung erlebt?

Vera von der Goltz: Als emotionales Wrack. Wie schon gegen Mexiko hat mir die Leidenschaft gefehlt. Und auch den Teamgeist auf dem Platz habe ich vermisst.

Haben Sie denn nach der regulären Spielzeit noch an den Sieg geglaubt?

Ganz ehrlich: nein. Auch als Toni Kroos zum Freistoß angelaufen ist, hatte ich kaum noch Hoffnung, dass er ihn versenken würde.

Ihr Gefühl danach?

Ich habe geweint.

Toni Kroos hat in einem Interview gesagt, für die deutschen Fans sei es sicher emotionaler und schöner gewesen, so lange auf den Sieg der deutschen Nationalelf warten zu müssen als – wie die Engländer gegen Panama – ein überlegenes 6:1 bejubeln zu dürfen. Wie sehen Sie das?

Ich hätte gerne auf die Zitterpartie verzichtet. Mir wäre ein 6:1 deutlich lieber gewesen!

Was ärgert Sie in der Rückschau am Spiel der Deutschen am meisten?

Dass sie nicht gezeigt haben, was sie können. Jetzt hoffe – und glaube – ich einfach, dass  der Knoten endlich geplatzt ist, und wir eine deutsche Nationalelf erleben, die sich von ihrer besten Seite zeigt.

Welcher Spieler hat Sie denn bis dato am meisten enttäuscht?

Ich liebe Thomas Müller, aber er ist für mich die bisher größte Enttäuschung des Turniers.

Heißt das, dass Sie ihn gegen Südkorea auf der Bank lassen würden?

Nein. Müller ist trotz seiner schlechten Leistungen ein Führungsspieler. Ganz offenbar braucht es ihn auf dem Platz.

Also würden Sie ihm an diesem Mittwoch eine weitere Chance geben?

Ja. Wenn er sie in der ersten Hälfte allerdings wieder nicht nutzt, würde ich ihn spätestens zur Halbzeit auswechseln.

Und wen für ihn bringen?

Julian Brandt.

Einen Stürmer also. Wen sehen Sie neben dem Leverkusener in der Offensive?

Reus, Werner und Gomez.

Das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: mit Volldampf nach vorne!?

Klar. Wir brauchen ein frühes Tor. Ein schnelles Umschalten von der Defensive in die Offensive, ein konsequentes Pressing.

Apropos Defensive: Wer soll’s da richten?

Kimmich, Süle, Hummels und Hector.

Sie klingen optimistisch. Wie hoch gewinnt Deutschland denn?

Mit mindestens zwei Toren Unterschied. Davon bin ich nach dem Spiel gegen Schweden felsenfest überzeugt. Für mich geht die WM jetzt erst richtig los.

Das heißt konkret?

Deutschland wird den Titel verteidigen. Ich glaube daran. Zumal keiner der Mitfavoriten bisher konstant gut gespielt hat. Wir hatten gegen Mexiko einen schlechten Tag, aber wir werden uns nun von Spiel zu Spiel steigern.

Dass für Deutschland nach der Vorrunde schon alles vorbei sein könnte, daran verschwenden Sie wirklich keinen Gedanken?

Nein, keinen einzigen.

Also zurück zur Titelverteidigung. Wen hätten Sie im Finale gerne zum Gegner?

Kroatien. Rakitic, Modric & Co. haben mir bisher gut gefallen.

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