Vor sieben Jahren waren Marc Friedrich und Matthias Weik Nobodys in der Finanzszene. Doch bereits ihr erstes Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ stürmte über Nacht die Bestseller-Listen. Ihr neuester Coup, das mittlerweile fünfte Werk, stieg in der vergangenen Woche neu sofort auf Platz eins beim „Spiegel“ ein. Jetzt waren die „Stars der Sachbuchszene“, wie der stellvertretende NWZ-Redaktionsleiter Joa Schmid die Finanzstrategen aus dem Remstal begrüßte, zu Gast beim „Talk im Wasserwerk“ (Video von der kompletten Sendung). Zusammen mit NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele sprach er mit den beiden streitbaren Ökonomen über den bevorstehenden Crash, das künftige Geldsystem, mögliche Rettungsanker und Zuversicht in Zeiten des Untergangs.

Buchpremiere Euro-Crash Autoren lesen am 14. November

Göppingen

Kommt es wirklich so schlimm?

Der Talk machte nachdenklich, und irgendwie hofften die Zuschauer, dass alles doch nicht ganz so schlimm kommt. Die Autoren sind sich jedenfalls einig: „Wir stehen vor einer einmaligen Zeitenwende mit heftigsten Verwerfungen – und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch und gesellschaftlich.“ Es gebe im bestehenden System keine Lösung, „der Point of no return ist überschritten“, machte Matthias Weik deutlich. Es gebe seit 2008 eine Insolvenzverschleppung, die ihresgleichen suche, und einen „historischen Vertrauensverlust in die Finanzwelt, in die Politik, in die Medien und in das bestehende Geldsystem“.

Bis 2023 könnte der Euro Geschichte sein

Erstmals legen sich die Wirtschaftswissenschaftler auf ein Datum fest: Für spätestens 2023 sagen sie den Crash voraus, dann wird ihrer Meinung nach auch der Euro Geschichte sein. „Ist das nicht ein willkürlich gewähltes Datum?“, hakte Moderator Helge Thiele nach. „Es kann auch früher passieren“, entgegnete Marc Friedrich. Die Aufkaufprogramme der Notenbanken, die weltweiten Zinssenkungen, die Rezession, die an die Tür klopfe – „ich befürchte, dass es schneller geht“, meinte der 44-Jährige. „Es ist jetzt Ende Gelände.“ Die beiden Autoren machten auch eindringlich deutlich: „Es wird jeden treffen.“ Den kleinen Sparer, Aktienbesitzer, Immobilieneigentümer.

„Nach jeder Krise folgt ein Boom“

Lohnt es sich bei diesen düsteren Prognosen überhaupt noch, morgens aufzustehen? Weik und Friedrich outeten sich als optimistische Crash-Propheten, die keine Panik verbreiten wollten: „Nach jeder Krise folgt ein Boom. Ich freue mich auf die Krise, weil sie eine Riesenchance ist“, machte Weik den grübelnden Zuschauern Mut. „Vielleicht haben wir nach dem Crash eine bessere Demokratie und ein gerechteres Finanzsystem.“

Dass die Menschen bis dahin jedoch durch ein tiefes Tal wandern müssten, mit Arbeitsplatzverlust, Deflation und Hyperinflation, diese Prophezeiung konnten Weik und Friedrich dem Publikum nicht ersparen. Was die Menschen erwartet und wie Verbraucher ihr Geld noch schützen können, verraten die beiden Vermögensberater bei der Premiere ihres aktuellen Buches am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr in der Göppinger Stadthalle. Einmal mehr stellen die Autoren ihr neuestes Werk in der Hohenstaufenstadt vor, auch wenn es gute Gründe gibt, das Buch in der Finanzmetropole Frankfurt zu präsentieren. Weik und Friedrich wollen jedoch ihre Verbundenheit zur Region ausdrücken.

Geldsystem der Zukunft

Die Moderatoren Helge Thiele und Joa Schmid werden bei dieser Premiere unter anderem der Frage nachgehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte, wie Bürger schleichend enteignet werden, wie das Geldsystem der Zukunft aussieht, ob wirklich alles schlecht ist an Europa und ob Politiker durch künstliche Intelligenz ersetzt werden sollten.

Buchpremiere in der Stadthalle


Die Reihe Der „Talk im Wasserwerk“ ist ein crossmediales Gemeinschaftsprojekt von NWZ und Göppinger Fils­talwelle. Er fand jetzt zum vierten Mal statt. Für die historische Kulisse sorgt die Energieversorgung Filstal.

Die Gäste Die Auswahl der Gäste orientiert sich an aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen. Gedacht ist an Politiker, Künstler, Vertreter von Interessengruppen oder an Menschen, die aufgrund ihres Engagements oder besonderer Ereignisse Schlagzeilen gemacht haben.

Ausstrahlung Der „Talk im Wasserwerk“ wurde von der Fils­talwelle aufgezeichnet und wird an folgenden Tagen im Fernsehen ausgestrahlt: Heute, Dienstag, um 19, 21 und 23 Uhr sowie morgen, Mittwoch, um 7, 9 und 11 Uhr. Außerdem ist der Talk mit den Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik am Samstag, 16. November, um 17, 19, 21 und 23 Uhr und am Sonntag, 17. November, um 7, 9 und 11 Uhr sowie in der Mediathek der Filstalwelle zu sehen. Zudem gibt es ein Video rund um die Aufzeichnung plus eine Bildergalerie unter www.swp.de/goeppingen.

Die Buchpremiere mit den Bestseller-Autoren findet am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr in der Göppinger Stadthalle statt. Einlass ist ab 18.30 Uhr, es gibt freie Platzwahl. Der Eintritt kostet zehn Euro, abomax-Karteninhaber zahlen sieben Euro.

Tickets gibt es bei der NWZ in der Rosenstraße 24 in Göppingen sowie online auf www.südwestpresse.de/ticketshop, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.