Die Schwedin Greta Thunberg machte den Anfang: Die 16-jährige Schülerin blieb der Schule fern, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen und für mehr Umweltschutz zu demonstrieren. Unter dem Motto „Skolstreijk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima) wurde sie zur Vorreiterin für die bundesweite Aktion „Fridays For Future“.

70 Göppinger Schüler demonstrieren

Auch in Göppingen schlossen sich vergangenen Freitag rund 70 Jugendliche der Aktion an. Die Schüler blieben der Schule fern und versammelten sich stattdessen vor dem Göppinger Rathaus. Mit Protestschildern und Parolen machten sie lautstark auf die Folgen des Kohleabbaus aufmerksam.

Auf den sozialen Medien entbrannte ein Diskurs: Sind die Jugendlichen wirklich engagiert oder nehmen sie nur eine Gelegenheit zum Schwänzen wahr? „Ganz nach dem Motto, Hauptsache wir haben kein Unterricht“, kommentiert jemand auf Facebook und „Hallo liebe Schüler, man kann auch Samstag demonstrieren. Nur mal so!“ heißt es dort. Die jungen Demonstranten seien zudem „politisch instrumentalisiert“ und „für ideologische Zwecke missbraucht“ worden, wird ihnen in den Kommentarspalten vorgeworfen.

Proteste nun auch in Geislingen

Aber auch Lob gibt es für die Jugendlichen: „Das Engagement der jungen Leute macht Hoffnung. Sie haben erkannt, dass der Planet zur Zeit heruntergewirtschaftet wird und dass allerspätestens ihre Enkel, durch die Folgen unserer Lethargie, massive Einschnitte in ihre Lebensqualität haben werden“, schreibt dort jemand.

Nicht nur den Göppinger Schülern schlägt wegen der Aktion Kritik entgegen, auch die Schwedin Greta Thunberg hat mit Anfeindungen zu kämpfen. Ihr wird vorgeworfen, sie sei „psychisch gestört“, „gebrainwasht“ und würde sich für politische Zwecke als Marionette instrumentalisieren lassen. Die 16-Jährige wehrte sich gegen die Vorwürfe.

Grüne Jugend unterstützt Protest

„Es ist traurig, dass wertvolle Unterrichtszeit geopfert werden muss, damit die Anliegen der jungen Generation gehört werden“, meldet sich der Kreissprecher der Grünen Jugend, David Catenazzo, in einer Pressemitteilung zu Wort.

Vergangenen Freitag gab es bereits vereinzelt Proteste an Göppinger Schulen. Nun wollen die Geislinger Schulen nachziehen.

Allen voran das Michelberg-Gymnasium und dessen Schülersprecher Jannis Kelemen: „Wir sind die letzte Generation, die noch etwas ändern kann. Deswegen fordern wir eine Politik, welche die Zukunft nachhaltig gestaltet und dies so schnell wie möglich. Wir streiken für unsere Zukunft! Auch in Geislingen!“

Die Schüler, so die Grüne Jugend, sind aufgerufen, am Freitag, 8. Februar, ab 11 Uhr zu streiken. Treffpunkt ist am Forellenbrunnen am Rathaus in der Geislinger Altstadt.