Zusätzlich zum Coronavirus sorgt seit Tagen ein weiterer Krankheitserreger aus China weltweit für Aufregung. Die Rede ist vom so genannten Hantavirus, das die Rötelmaus befällt und im vergangenen Jahr auch in Baden-Württemberg - und dort insbesondere im Kreis Göppingen - Schlagzeilen gemacht hatte. So gefährdete das Virus unter anderem die Einrichtungen des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen aus, infizierte mehrere Polizisten und breitete sich über weite Teile der Schwäbischen Alb aus.

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Göppingen

Hantavirus aus China nicht so gefährlich wie Corona

Trotz aller Sorgen ist aber klar, dass Hanta weit ungefährlicher ist als Corona, da sich der Auslöser nicht von Mensch zu Mensch verbreiten kann, sondern nur indirekt über Tiere. Allerdings gelingt es solchen Erregern manchmal die Artenschranke zu überspringen. Im Fall von Corona soll der Weg laut Biologen von Fledermäusen über die asiatische Kleinkatzenart „Larvenroller“ zum Menschen geführt haben, da exotische Tiere in der chinesischen Küche mitunter als Delikatesse gelten.

Hanta, Ebola und Corona von Fledermäusen übertragen

Ähnlich bei Ebola in Afrika: Der Genuss von kleinen Wildtieren aus dem Dschungel soll Schuld an der Epidemie 2014/2015 gewesen sein, da solche Spezies oft von Fledermäusen gebissen werden und daher hygienisch bedenklich sind.

Bei MERS in Saudi-Arabien geht man hingegen von Dromedaren als Zwischenüberträger zum Menschen aus. Gelingt es nicht, die Rötelmaus auf Abstand zum Menschen zu halten, könnte das Hantavirus möglicherweise ebenfalls mutieren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch gering, da der kleine Schädling weder als Nutztier gehalten wird noch im Kochtopf landet.

Stuttgart/Göppingen