Kein Platz blieb frei in der mit über 600 Besuchern proppenvoll besetzten Stauferlandhalle. Flugs wurden deshalb für die Kinder Gymnastikbänke herbeigetragen. Silvio Caputo, Vorsitzender des Musikvereins Salach, zeigte sich überwältigt vom Publikumsansturm. Groß und Klein staunte über ein Programm der Extraklasse, das mit viel Liebe zum Detail wochenlang vorbereitet worden war. Die Besucher erlebten einen  vergnüglichen Abend im Kerzenschein der vielen eleganten Leuchter, mit sanftem Licht- und Schattenspiel im bewirteten Foyer, mit Puppen in Gewändern aus Musical-Szenen, Glitzerregen vom Bühnenhimmel und einem knapp dreistündigen akustischen Genuss. Bevor der MV Salach sein Feuerwerk auf hohem Niveau zündete, hatte der Nachwuchs seinen Auftritt.

Die jungen Seefahrer der Jugendkapelle Salach entführten gemeinsam mit der seit einem Jahr aktiven Bläserklasse der Staufeneckschule in die Welt der Piraterie (Fluch der Karibik). Mit viel Freude spielte sich die Jugendkapelle anschließend in die Tiefen der Pariser Oper, um das Phantom zu suchen. Die Big-Band des Erich-Kästner Gymnasiums, unter Leitung von Martin Gradner, bestieg indes mit Holzbläsern und im tiefen Blech den „Night Train“, begleitet vom Sologesang der 17-jährigen Schülerin Chiara Gazvoda. Kurzum, die jugendlichen Akteure lieferten mit ihrer leistungsstarken Präsentation eine fantastische Visitenkarte aus der Nachbarstadt ab.

Nach der Pause warteten die Besucher gespannt, bis der illuminierte Vorhang vor der Bühne fiel und das Blasorchester des MV Salach mit der Eröffnungsouvertüre (Arr. Jana Rabl) in die glitzernde Musical-Welt eintauchte. Bald gefühlvoll, bald streng, gab Jana Rabl, die für das Gesamtprogramm verantwortlich zeichnete, konsequent den Takt vor. Spaß am gemeinsamen Musizieren, Spielfreude und Harmonie im Orchester tragen die Handschrift der engagierten Dirigentin. Auszüge aus fünf bekannten Musicals, mal ruhig und emotional, mal imposant und dramatisch, darunter „Elisabeth“ von Sylvester Levay (Arr. Johan de Meij) und „Hinterm Horizont“ von Udo Lindenberg, interpretierten die 57 Instrumentalisten mit viel Leidenschaft und Können.

Eine Reminiszenz an die wilden 20er Jahre folgte mit „And all that Jazz“ von John Kander (Arr. Frank Bernaerts). In knapp sitzendem schwarzen Leder und Netzstrumpfhose beeindruckte Gesangssolistin Evelyn Scheurer. Die ausgebildete Sängerin bereicherte solo und im Duett  mit Sänger und Schauspieler Fabian Brandt, der mit seiner markanten Stimme unter anderem Charaktere aus „Les Miserables“ und „Tanz der Vampire“ zum Leben erweckte. Trappelnde Füße, Bravo-Rufe und Standing Ovations, so quittierte das Publikum die Glanzleistung aller Mitwirkenden.  Ulrike Luthmer-Lechner