Baut die Firma Kleemann eine 20 Meter hohe Halle im Eingangsbereich des Stauferparks? Oder verkommt das Gelände zwischen Manfred-Wörner- und Niels-Bohr-Straße zu einem Lagerplatz? Diese Befürchtungen trieben die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik in der jüngsten Sitzung um.  Kleemann möchte nach Angaben der Stadt eine Reparatur- und Prototypenhalle aufstellen sowie die Parkplätze ausbauen. Dazu sei eine Erweiterung des Firmengeländes unter Einbeziehung des Dr.-Herbert-König-Platzes, der Werfthalle und der westlich angrenzenden Flächen entlang der Manfred-Wörner-Straße vorgesehen. Der Bebauungsplan würde nur eine effektive Höhe von 15 Metern zulassen, so Baubürgermeister Helmut Renftle: „Wir bleiben zwar bei 20 Meter, beziehen die aber auf die Straßenhöhe.“ Eine solche Höhe sei notwendig, um die Maschinenteile mit einem Kran unter dem Dach transportieren zu können. Kleemann hat die Halle laut Renftle aber noch nicht konkret geplant, sondern erst einmal ein Lager. Sollte sie kommen, will die Stadt die Vorderseite durch Bäume verdecken.

„Da machen wir nicht mit“, ärgerte sich FWG-Stadtrat Emil Frick. „Das wird ein Schrottplatz, zumindest vorübergehend.“ Auf der anderen Seite der Manfred-Wörner-Straße hätten viele Firmen viel Geld in eine Baugenehmigung gesteckt: „Wir werden diese 20 Meter nicht akzeptieren. Da kann man begrünen und tricksen wie man will, das bleibt ein fürchterlicher Klotz.“

Empfohlen wird ein Schallschutz

Auf die Frage, ob sich durch die neue Halle die Lärmbelastung für Anwohner erhöhe, konnte Renftle keine Antwort geben: „Wir wissen es nicht.“ Ein Gutachten, mit dem die Stadt BS Ingenieure in Ludwigsburg beauftragt hat, empfiehlt „für eine heranrückende Wohnbebauung” auf der Entwicklungsfläche Gaisrain einen Schallschutz. Das Heizkraftwerk überschreite bereits im Bestand die zulässigen Geräuschimmissionen: „Lärmminderungsmaßnahmen, besonders an den Kaminen sowie an den Lüftungsauslässen des Traforaums, sind daher erforderlich.” Technische Verbesserungen durch Schalldämpfer und bauliche Abschirmungen kämen ebenfalls in Betracht.

Freche: Halle muss in Umgebung eingebettet werden

„Herr des Verfahrens sind wir“, stellte der Stadtrat der Piraten, Michael Freche, klar. Der Gemeinderat habe zwar dem Verkauf des Geländes zugestimmt. Doch: „Wenn dann Kleemann aufgrund irgendwelcher Verträge die Stadt in Regress nimmt, dann ist es halt so.“ Er schlug dem Unternehmen vor, ein Konzept vorzulegen, ob es die Halle wirklich benötige und – wenn ja – wie sich diese besser in die Umgebung einbetten lasse. Nichts einzuwenden hatte der Ausschuss gegen den Ausbau von Niels-Bohr- und Wilhelm-­Fein-Straße. Die Bauarbeiten beginnen im Oktober. Dadurch entsteht eine Umleitung für die Manfred-Wörner-Straße, die im zweiten Bauabschnitt folgt. „Das ist eine mächtige Straße, die den Stauferpark erschließt, was immer dort auch kommt“, sagte Baubürgermeister Renftle. „Dadurch erhalten wir die Chance, dort oben auch weitere Maßnahmen zu ergreifen.“

Weite Teile des Stauferparks gehören Kleemann


Breite Zustimmung Der Gemeinderat hatte im April 2016 zugestimmt, dem Brech- und Siebmaschinen-Hersteller Kleemann zusätzlich zu dem etwa 12,5 Hektar großen Firmengelände weitere Teile des Stauferparks zu überlassen. Die Stadt machte damit den Weg frei für weitere 5,5 Hektar. Im Wesentlichen ging es um den Dr.-Herbert-König-Platz, das südlich gelegene Areal der Handwerkerhöfe sowie das Fernsehstudio des Tigerentenclubs.  Auch das damals im Privatbesitz befindliche US-Hauptquartier und die Werfthalle wurden an Kleemann verkauft, genauso wie später das Areal der Firma Lambert.