Etwa 800 bis 1000 Schlaganfälle – Tendenz steigend – kommen pro Jahr ins Klinikum Christophsbad, das haben etwa zwei Dutzend Interessierte beim deutschlandweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ von Professor Norbert Sommer erfahren. Er ist Chefarzt der Klinik für Neurologie, Neurophysiologie und Frührehabilitation.

Als zertifizierte „Regionale Stroke Unit“ ist das Christophsbad seit April 2018 mit 14 Betten und einer 24-Stunden-Überwachung alleinige Anlaufstelle im Landkreis für die Versorgung von Gehirnschlag- oder Thrombektomie-Patienten, so erläutert Bernd Tomandl, Chefarzt der Radiologie und Neuroradiologie.

Der FAST-Test rettet Leben

Beide Ärzte informierten umfassend über Neuigkeiten rund um die Prävention sowie die Akut- und Nachbehandlung. Sie erklärten die einseitig auftretenden variierenden Anzeichen, die schnell erkennbar seien durch den „FAST-Test“.

So geht der Test:

  • Die betroffene Person soll lächeln (F wie Face), bei halbseitig verzogenem Gesicht ist von einer Lähmung auszugehen.
  • Danach beide Arme nach vorne ausstrecken und die Handflächen nach oben drehen (A wie Arms) – auch das ist bei einer Lähmung nicht machbar.
  • Anschließend soll die Person einen einfachen Satz nachsprechen (S wie Speech). Ist dies nicht möglich, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor. Sind diese Schlüsselsymptome gegeben, zählt jede Sekunde (T wie Time).

Der Notruf, ausschließlich die Telefonnummer 112, sollte schnellstmöglich mit Hinweis auf den Schlaganfallverdacht gewählt werden. Das ideales Zeitfenster liegt innerhalb von sechs Stunden. Entweder durch Medikamente (Thrombolysebehandlung) oder mit in die Hirngefäße eingeführtem Katheder (Thrombektomie) kann der Gefäßverschluss wieder geöffnet werden.

Ein großes Team ist nötig

Für die Behandlung eines Schlaganfalls werde nicht einfach nur ein Arzt benötigt, die Erfahrungen zeigten, dass 25 bis 30 Ärzte pro Abteilung erforderlich seien, davon müsse die Hälfte eine Facharzt-Ausbildung absolviert haben, heißt es weiter. Ebenfalls 25 bis 30 Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiteten nur auf der Schlaganfall- und Intensivstation im Drei-Schicht-Betrieb, berichtet Chefarzt Sommer und führt durch die entsprechenden Stationen.

Im Angiografie-Raum zeigte Neurologie-Fachärztin Dr. Annett Claus, wie man mit Hilfe eines Mikrokatheders und feinsten Führungsdrähten Ablagerungen oder einen Blutpfropf  aus der verschlossenen Ader entfernt.

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