Ein wolfsähnliches Tier entdeckte ein Wanderer vermeintlich am Samstag im Göppinger Oberholz, als er querfeldein durch den Wald zwischen Stauferpark und Oberholz lief. So seine Aussage in einer Mail an die Redaktion, an die der Mann außerdem ein auf den ersten Blick authentisches Beweisfoto der Sichtung anhängte.

Das Foto des unbekannten Tieres wurde am Dienstag mehreren Experten von Naturschutzbund (Nabu) sowie der forstlichen Forschungsanstalt in Freiburg zur Auswertung vorgelegt. Die Fachleute kamen zu der Einschätzung, dass es sich bei dem fotografierten Tier „eindeutig“ nicht um einen Wolf handelt.“ Sowohl die Ohren, die Fellzeichnung sowie die Kopfform mit Schnauze deuteten darauf hin, dass es sich bei dem Tier um einen Hund handele.

Wolf, Hund oder 3D-Attrappe?

Doch möglicherweise täuschen sich die Fachleute. „Es handelt sich hier weder um einen Wolf und schon gar nicht um einen Hund“, schreibt ein anderer Leser per Mail. Das Foto zeige viel mehr ein 3D-Ziel der Firma Franzbogen. Die Firma stellt solche Attrappen zum Beispiel für den Bogensport her.

Die Attrappe sieht dem auf dem Foto abgebildeten Tier zum Verwechseln ähnlich.

Jagdpächter klärt den Fall auf

Einer, der Licht ins Dunkel bringen kann, ist Karl Göbel. Denn der Jagdpächter kann Entwarnung geben: „Bei dem Tier handelt es sich tatsächlich bloß um eine 3D-Tierattrappe“, berichtet er. Ganze 28 solcher Attrappen hat er am vergangenen Freitag im Göppinger Oberholz aufgestellt. „Vom Wolf bis zum Hirsch über Bär und Krokodil ist da alles dabei“, erzählt er belustigt. Denn die Tiere, so auch der Wolf, gehören zu einem Parcours für Bogenschützen, der am Wochenende 300 Bogensportler ins Göppinger Oberholz gelockt hatte.

28 täuschend echte Tier-Attrappen

Anlässlich des Stauferspektakels in Göppingen habe man den Bogen-Parcours mit den Tier-Attrappen im Stadtwald aufgebaut. Dass sich auch der Wanderer von der täuschend echten Attrappe hat täuschen lassen, das hält Göbel durchaus für möglich. Denn sogar ein befreundeter Jäger habe einen plötzlich im Dickicht auftauchenden Dammhirsch zunächst für echt gehalten, erzählt Göbel.

Der Parcours und das Aufstellen der Attrappen von Freitag bis Sonntag sei mit dem Forstamt Göppingen abgesprochen gewesen. Für Göbel ist nun wichtig, den Fall aufzuklären „damit sich die Aufregung legt“.

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Böbingen/Mögglingen