Göppingen / Carolin Mauritz  Uhr

„Etwas Respekt vor den Menschen dieser Welt zu haben, kann doch eigentlich nicht zu viel verlangt sein.“ Dieser Satz stammt aus dem Statement einer neunten Französischklasse des Hohenstaufen-Gymnasiums zum Thema Fraternité/Brüderlichkeit. Damit hat die Klasse einen Workshop mit dem Rapper-Duo Zweierpasch gewonnen. Der Wettbewerb wurde vom Klett-Verlag ausgeschrieben. Anlass dafür waren die Französischen Wochen, die im vergangenen Jahr mit dem Schwerpunkt Fraternité/Brüderlichkeit in Stuttgart veranstaltet wurden.

„Ich habe durch eine E-Mail von dem Wettbewerb erfahren. Wir haben an der Schule die Französischbücher vom Klett-Verlag und bekommen dadurch immer wieder Infos“, erzählt Cordula Braun-Kotzerke, die Französischlehrerin der Klasse. Ein Schüler erklärte sich bereit, im Namen der Klasse ein Statement zu verfassen. Dank seinem Statement darf die Klasse am 29. April den Workshop mit den Brüdern Felix und Till Neumann veranstalten.

Im Unterricht spielen die Rapper schon eine Rolle. Die Französischbücher des Klett-Verlags enthalten Unterrichtsmaterial des Duos. Mit Rapptexten, Videoclips und Kurzbiografien werden den Schülern Vokabeln, Grammatik und Aussprache vermittelt. Sie beschäftigen sich in ihren Liedern mit historischen, aber auch mit aktuellen politischen Themen. Für ihr Engagement für die deutsch-französische Beziehung wurden Felix und Till Neumann im November 2018 mit dem Adenauer-De Gaulle-Preis ausgezeichnet. Bekannt sind sie nicht nur in Deutschland. Seit 2006 leiten sie in Schulen und Kulturzentren in Europa und Afrika Rap-Projekte zur Vermittlung von Fremdsprachen sowie politischer und kultureller Bildung.

Cordula Braun-Kotzerke ist erst durch das Unterrichtsmaterial auf Zweierpasch aufmerksam geworden. Als klar war, dass ihre Klasse an dem Wettbewerb teilnimmt, hat sie sich näher mit ihnen beschäftigt. „Ich finde es wirklich toll, dass die beiden durch die Musik einen Bezug herstellen zwischen Jugendlichen und Themen, die für sie ganz weit entfernt wirken“, erklärt Braun-Kotzerke. Im Unterricht merke sie, dass die Schüler motivierter sind, wenn sie das Material von Zweierpasch verwenden. Obwohl manchen Schülern die Musik nicht gefällt, sei es für alle eine willkommene Abwechslung. „Französisch ist ein ziemlich arbeitsintensives Fach. Es ist toll, die Möglichkeit zu haben, ein für die Schüler eher trockenes Thema durch dieses Material aufzupeppen. Dadurch wird es für die Schüler spannender“, berichtet die Französischlehrerin. Sie möchte, dass den Schülern klar wird, wie wichtig Europa, insbesondere die deutsch-französische Freundschaft, ist. Deswegen sei es gut, wenn man geschichtliche Hintergründe nicht nur platt erzählt bekommt. Darüber, was der dreistündige Workshop letztendlich bei den Schülern bewirkt, sei sie sich nicht sicher. Aber sie hoffe, dass die Erfahrung den Schülern im Gedächtnis bleibt.