Ebersbach. „Seit dem Jahr 2000 setzt sich das Nepal-Schulprojekt -Zukunft für Kinder e.V.- ehrenamtlich für den Infrastrukturaufbau im Bereich Bildung und Gesundheitswesen, Erhaltung der Kultur und der Traditionen in Nepal ein und leistet Soforthilfe bei Katastrophen“, so heißt es  im aktuellen Flyer des Hilfsprojektes. Zahlreiche Helfer, Ehrenamtliche, Weggefährten und Interessierte um Initiatorin Astrid Vöhringer füllten den Saal im Haus Filsblick beim Nepalabend.

Das Motto des Abends zeigte sich optisch schon beim Einlass mit einer kleinen Fotoausstellung im Pavillon. Ein kleiner Bazar offerierte handgearbeitete Produkte aus Nepal. Der Saal selbst war authentisch geschmückt mit den traditionellen buddhistischen Gebetsfahnen.

Astrid Vöhringer eröffnete den Abend herzlich und freute sich über die große Anzahl von Gästen. Sie kommentierte den Diavortrag spannend und informativ. Goldglänzende Tempel standen im Gegensatz zur schlammigen Straße, die eigentlich keine ist. „Starre Traditionen aufzuweichen, ist die schwerste Arbeit“, so Astrid Vöhringer. „Frauen verheimlichen ihren Gesundheitszustand und kennen ihre Rechte nicht“, so schildert sie die Frauenrolle in Nepal. Frauen gebären dort traditionell im Stall.

Seit 2017 können Frauen im Ort Humla dank des Hilfsprojektes mit Hilfe einer Hebamme, in hygienisch einwandfreier Umgebung ihre Kinder zur Welt bringen. Zahlreiche Fotos zeigten Astrid Vöhringer mit jungen Erwachsenen, die heute schulisch gebildet und beruflich etabliert sind. Zahlreiche „Samen“, die sie ausgebracht hat, sind aufgegangen und zeigen den Fortschritt in den unterschiedlichen Regionen ihres humanitären Einsatzes.

Der Abend machte die Arbeit des Nepal-Schulprojektes transparent. Astrid Vöhringer, die mehrmals im Jahr nach Nepal reist,  begrüßte dort im Frühjahr 2019 Bürgermeister Eberhard Keller mit einer kleinen Delegation. Er wurde zeitweise nicht nur von seiner Gastgeberin Astrid Vöhringer, sondern auch von der Deutschen Botschaft durchs Land begleitet. Wertschätzung in höchster Form wurde den Gästen zuteil, wie die Bilder dokumentieren.

Der Bürgermeister, der die Reise nach Nepal als ein Abenteuer bezeichnete, beobachtete Aufbruchstimmung in Nepal. Eberhard Keller wurde festlich von einem stolzen Volk empfangen, wie er bemerkte. Das Nepal-Schulprojekt hat auf Einladung des Bürgermeisters im Jahr 2020 bereits einen festen Platz im Festprogramm bei den 850-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt.

Eindrucksvolle Bilder vom Himalaya-Gebirge, blumengeschmückte Rikschas und Gebetsmühlen gaben einen Eindruck von der Kultur des Landes wieder. Astrid Vöhringer und ihre vielen Helfer im Projekt unterstützen, wie sie unterstreichen, die Menschen in Nepal und respektieren die Kultur dort. Die sprachliche Verständigung funktioniert auf Englisch. Die Kinder lernen die Sprache bereits ab der ersten Klasse in der Grundschule.

„Mit Kindern ist es gut zu reisen in Nepal. Im Restaurant wurden unsere Kinder vom Personal gerne betreut “, so erinnert sich Dietmar Vogl, der schon etliche Male vor Ort war. Im Frühjahr 2019 gehörte der stellvertretende Vorsitzende zur Delegation der örtlichen Verwaltung. Er wurde von seiner Familie begleitet, darunter seine zwei kleinen Kinder, das Jüngste gerade mal ein Jahr alt. Im Haus Filsblick öffnete sich mit dem nepalesischen Nationalgericht „Dal Bhat“ das Land auch über die Ebene des Gaumens.