Er ist der Kapitän und auch das Gesicht des Göppinger Sportvereins, doch eigentlich verbindet der Fußball-Fan mit dem Namen Oliver Stierle die Stuttgarter Kickers. Der 35-Jährige verbrachte den Großteil seiner Karriere beim Traditionsverein aus Degerloch, für den er (bis auf zwei Jahre beim FC Bayern II) von 1998 bis 2013 auflief und dabei über 200 Einsätze verzeichnete.

Stierle überzeugt sofort bei den Kickers

„Die Highlights waren unsere WFV-Pokalsiege, die Qualifikation am letzten Spieltag für die neugegründete dritte Bundesliga und der Erfolg in der ersten DFB-Pokal-Runde der Saison 2006/2007 gegen den HSV“, lässt er seine Höhepunkte Revue passieren. Stierle kam als A-Jugendlicher zu den Blauen und überzeugte die Verantwortlichen schnell von seinen Fähigkeiten, weshalb er frühzeitig in die Amateur-Mannschaft hochgezogen wurde und schließlich den Sprung zu den Profis schaffte.

„Ich war damals noch sehr jung“, beschreibt er diese Phase, doch wusste er in Robin Dutt, dem heutigen Coach des VfL Bochum, einen Förderer hinter sich. „Ich hatte damals ein Angebot von 1860 München und wollte auch wechseln, da hat mich Dutt zum Kapitän gemacht.“ Im Rückblick wäre Stierle den Schritt zu den Löwen gerne gegangen („Die sind dann in die 2. Liga aufgestiegen“), doch die  Ablösesumme war zu hoch.

Absturz der Kickers schockierte den SV-Kapitän

Diese Anekdoten zeigen für Stierle die vielzitierte Schnelllebigkeit des Fußballgeschäfts, denn in der Zwischenzeit sind die Kickers in der Oberliga angekommen. „Als ehemaliger Blauer war ich schockiert“, sagt Stierle zu diesem Absturz, der dem Sportverein das Spiel des Jahres  beschert. „Der Sportverein ist nach oben und die Kickers sind uns entgegengekommen“, beschreibt er die Entwicklung der Klubs, die sich am Ostermontag im Stadion an der Hohenstaufenstraße gegenüberstehen. Ob der Linksfuß, der 2013 nach Göppingen wechselte und ein unverzichtbarer Bestandteil im Team von Gianni Coveli ist, auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig. Stierle zog sich Mitte März einen Innenbandanriss zu, der konservativ behandelt wird. „Es wird eng, aber ich gebe alles in der Reha. Dem Knie geht’s deutlich besser, die Physios sind positiv überrascht“, zittert nicht nur Stierle um den Einsatz, sondern auch die Fans der Rot-Schwarzen, denn ohne den Abwehrchef wackelte die Hintermannschaft zuletzt. „Bis vor kurzem waren wir vorne dabei, befinden uns momentan aber in einer Schwächephase“, erklärt Stierle, „das ist bitter, aber trotzdem freut sich jeder auf das Kickers-Spiel und ist heiß. Ich hoffe, die Hütte ist voll.“

„Kickers packen den Aufstieg“

Auf dem Feld müsse die Freundschaft ruhen, danach drückt er der Elf von Tobias Flitsch wieder die Daumen: „Die Kickers packen den Aufstieg. Mit dem Kader und ihrem Trainingsaufwand müssen sie es schaffen. Sie gehören definitiv eine Liga höher, wenn nicht zwei.“ Zum Zeugwart der Kickers besteht noch Kontakt „und natürlich verfolge ich die Entwicklung“, doch ansonsten ist das Kapitel abgeschlossen und der Fokus liegt auf dem Sportverein, wo er bis 2020 Vertrag hat.