„Holz ist das richtige Material!“ „Beton ist realistischer.“ Baubürgermeister Helmut Renftle, von dem die erste Aussage stammt, und Oberbürgermeister Guido Till, der die zweite Vorstellung formulierte, standen  in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats für zwei Parteien, die sich einen ausgiebigen und emotionalen Schlagabtausch lieferten. Streitobjekt war das sogenannte Stadtsofa, ein  40 Meter langes Gestaltungselement des neuen Bahnhofsplatzes. Das 40 Meter lange mehrteilige Sitzmöbel war schon in der Novembersitzung umstritten.

Mit 250.000 Euro veranschlagt

Die damals mit 250 000 Euro veranschlagte Holzvariante hatte Befürchtungen ausgelöst, dass Vandalen das Stück schnell unansehnlich werden lassen und über Alternativen nachgedacht werden sollte. Jetzt wurde das Thema wieder aufgerufen. Am Ende hatten der OB und die Befürworter von Beton das Nachsehen: Das Stadtsofa vor dem Göppinger Bahnhof wird in Holz ausgeführt. Der Baudezernent hatte mit Christoph Jost, dem Geschäftsführer von „pro Holz BW“, einen ausgesprochenen Spezialisten für den Holzbau mitgebracht, der die Vorzüge des natürlichen Baustoffes pries und darauf verwies, dass auch Beton nicht gegen Vandalismus gefeit sei und gepflegt werden muss. Zuvor hatten sich Susanne Weiß (FDP/FW) und Dieter Schurr (CDU) ebenso wie Christoph Weber (Grüne) für die Holzvariante ausgesprochen.

Strittig war auch, ob das zentrale Gestaltungselement des Bahnhofsvorplatzes mit oder ohne Lehne gestaltet werden soll. Das Stadtsofa ganz in Frage stellte Christian Stähle. „So viel Geld für eine Bank ausgeben, das geht überhaupt nicht“, hatte der Fraktionsvorsitzende von Die Linke/Piraten bekräftigt. Die Holzvariante des Stadtsofas, das in seiner Form an einen Eishockeyschläger erinnert und Bestandteil des Siegerentwurfes des städtebaulichen Wettbewerbes war, wird laut Stadtverwaltung gut 134 000 Euro kosten. Es gliedert die Längsseite des Bahnhofvorplatzes. Die Betonvariante würde mit 160 000 Euro  zu Buche schlagen. Die Verwaltung wurde jetzt beauftragt, die Arbeiten auszuschreiben – „inklusive der jährlichen Pflege“, so OB Till. „Der Anbieter muss uns eine Dauerhaftigkeit gewährleisten“.

Info Die proHolzBW GmbH kümmert sich als Drehscheibe der Netzwerke Forst und Holz um die Förderung der Holzverwendung in Baden-Württemberg. Zu den Kernaufgaben gehören die Holzbaufachberatung, Fachinformationen  und Marketing.

Auf dem Bahnhofsplatz wird wieder gebaut


Pause Die frostbedingte Unterbrechung konnte  vor einigen Tagen wieder beendet werden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Seitdem sind die Firmen wieder tätig. Der zweiwöchige Verzug könne bis Ende April aufgeholt werden, sofern keine weiteren witterungsbedingten Unterbrechungen mehr erfolgen.

Endspurt Gleichzeitig mit den Pflasterarbeiten und dem bald beginnenden Umbau der Treppe bei der Post werden Ausstattungselemente wie Beleuchtung, Poller, Fahrradbügel und Mauerverkleidung eingebaut. Das beauftragte Vordach am Bahnhof ist bis auf die Glasabdeckung ebenfalls fertig. Die Bäume sind gepflanzt. woz