In einem Hotel auf Mallorca gab es Ende Juli einen Corona-Ausbruch, der laut Gesundheitsbehörden aber inzwischen unter Kontrolle ist. Die Seuche soll sich nicht weiter ausgebreitet haben; dennoch schließt das Haus am 9. August seine Tore, wie nun bekannt wurde. Betroffen ist das Hotel Iberostar Club Cala Barca bei Portopetro im Südosten der Insel.
Laut der Tageszeitung „Ultima Hora“ waren zunächst 52 Angestellte einem Corona-Test unterzogen worden. Positive Ergebnisse gab es bei 7 Mitarbeitern und 2 Familienangehörigen. Außerdem wurden in den folgenden Tagen vorsichtshalber noch 50 weitere Mitarbeiter getestet, so die Tageszeitung „Diario de Mallorca“. Zunächst war die Zahl der Infizierten mit sechs beziffert worden, später dann mit neun. Mindestens 40 Personen wurden vorsorglich in Quarantäne genommen. Die Infizierten lebten offenbar in einem Personalwohnheim des Hotels auf engem Raum zusammen.
„Aus Gründen der Vorsicht und Verantwortung“ werde in dem Hotel am 9. August die Saison beendet, ließ das Unternehmen Iberostar verlauten. Die restlichen Gäste und alle die für die nächsten Wochen gebucht haben, würden im rund 70 Kilometer entfernten Hotel Albufera Park an der Playa de Muro im Norden Mallorcas einquartiert, hieß es.

Corona-Ausbruch auf Mallorca: „Bisher keine Touristen betroffen“

Touristen sollen im Iberostar Club Cala Barca nicht betroffen sein, da in dem Haus nach Angaben der Direktion strikte Hygiene-Standards befolgt würden. Schließlich wurde dann bekannt, dass es sich bei den Infizierten womöglich um Mitglieder einer Instandhaltungskolonne handelt, die mit Maurerarbeiten beschäftigt war und keinerlei Gästekontakt hatte. Laut lokalen Medien befanden sich aber auch Mitarbeiter aus dem Speisesaal als Corona-Kontaktfälle zumindest zeitweise in Beobachtung.
Das Hotel Iberostar Cala Barca bei Portopetro auf dem Gebiet der Gemeinde Santanyí im äußersten Südosten Mallorcas zählt zu den Flaggschiffen des Iberostar-Konzerns. Zum Zeitpunkt des Corona-Ausbruchs soll zu 70 Prozent gebucht gewesen sein, berichten britische Medien. Zum Angebot gehören acht Pools und ein eigener Zugang zum Strand. Es handelt sich nach Angaben aus der Werbung um ein „familienfreundliches Resort“ auf einer Fläche mit der Größe von zehn Tennisplätzen. Corona-Schutzmasken sind für alle ab 6 Jahren in sämtlichen Innenbereichen vorgeschrieben. Folgende Daten sind laut Medien zum Iberostar Hotel Cala Barca bekannt:
  • 4 Sterne
  • 734 Zimmer
  • 400 Mitarbeiter
  • derzeit rund 1000 Gäste

Jetzt offizielle Reisewarnung für Barcelona, Aragonien und Navarra

Andernorts auf Mallorca gelten im Übrigen 10 Touristen als Corona-Verdachtsfälle. Sie befanden sich Ende Juli in einem eigens angemieteten Hotel in Paguera in Isolation. Das Auswärtige Amt warnt seit 31. Juli offiziell vor Reisen in drei spanische Regionen. Mallorca ist davon allerdings nicht betroffen. Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommt, muss unter Umständen in Quarantäne. Diese Gefahr bestand Ende Juli für:
  • Katalonien (mit Barcelona)
  • Aragón
  • Navarra
Grund sind in den drei autonomen Regionen die aktuell hohen Neuinfektionsquoten von über 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern und Woche. Keinesfalls sollte man derzeit also via Barcelona nach Mallorca oder zurück nach Deutschland reisen, wie das manchmal üblich ist, um an bestimmten Tagen eine günstige Verbindung zu bekommen.
Die häusliche Quarantäne in der Heimat kann aber durch einen freiwilligen Corona-Test umgangen oder abgekürzt werden. Die Schweiz stellt seit 5. August alle Einreisenden vom spanischen Festland unter Quarantäne. Mallorca und die Nachbarinseln sind von der Reisewarnung des Eidgenössischen Departements des Inneren (EDI) jedoch ausgenommen.

Vergleichbarer Fall schon auf Formentera

Bereits Anfang Juli hatte es einen mit dem Iberostar Club Cala Barca vergleichbaren Fall auf der Nachbarinsel Formentera gegeben. Dort waren insgesamt acht Instandhaltungsmitarbeiter eines Hotels mit dem Coronavirus infiziert, ohne dass es letztendlich zur Ansteckung von Touristen kam. Inzwischen gilt der kleine Corona-Ausbruch auf Formentera als erfolgreich eingegrenzt. Das balearische Gesundheitsministerium stellte sich nun auf den Standpunkt, dass die Entdeckung von Corona-Clustern ein Zeichen für eine funktionierende Seuchenkontrolle sei. Insgesamt befinden sich auf den Balearen derzeit rund 600 Corona-Verdachtsfälle in häuslicher Beobachtung. Ende Juli war die Rede von bis zu 30 aktiven Corona-Clustern auf Mallorca und den Nachbarinseln.
Den ganzen Juli über waren im Übrigen Diskussionen um mutmaßliche Exzesse deutscher Touristen am „Ballermann“ und das damit verbundene Corona-Risiko auf Mallorca entbrannt. Nach Recherchen der Tageszeitung „Die Welt“ sind aus ganz Spanien bisher aber nur 17 Corona-Fälle nach Deutschland importiert worden. Aus der Türkei kommend waren hingegen 70 Reisende infiziert. Sänger Tobee, der aus dem Kreis Göppingen stammt und an der Playa de Palma zu den Bühnenstars gehört, hatte sich gegen die komplette Schließung der Gastronomie an der Ballermann-Meile auf Mallorca gewandt.
Risikogebiete Corona Mallorca Spanien „Mallorca kein Corona-Risikogebiet“

Cottbus/Palma de Mallorca

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen in Spanien

Die Johns-Hopkins-Universität meldet für Spanien, Stand 30. Juli, folgende Corona-Zahlen:
  • Bestätigte Fälle bisher insgesamt: 285.430
  • Davon auf den Balearen: 2464
  • Todesopfer bisher in Spanien: 28.443
  • Zahl der Genesenen: rund 150.376

Video Auch im Freien: Mallorca erlässt weitreichende Maskenpflicht