Die WMF hat am Mittwochabend eine umfassende Umstrukturierung des Unternehmens angekündigt. Laut einer Pressemitteilung soll unter anderem bis Ende 2020 die „defizitäre“ Fertigung von Edelstahl-Kochgeschirr in Geislingen eingestellt und an andere Standorte in Europa verlagert werden. Etwa 150 Mitarbeiter in Geislingen sind betroffen.

Geschäft mit Gebrauchsgütern soll profitabler werden

Die Maßnahme sei Teil eines Programms, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten und das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Geschäft mit Gebrauchsgütern wieder profitabler zu machen.

Laut eines Briefes von Volker Lixfeld, Chef der WMF Group, an die Belegschaft, der der GZ vorliegt, soll bis zum Jahr 2021 „eine nachhaltige Ergebnisverbesserung von rund 60 Millionen Euro“ herbeigeführt werden.

Die Verwaltungsstrukturen sollen innerhalb der WMF-Group gestrafft werden, Insgesamt könnten bis zu 400 Stellen von weltweit 6200 Arbeitsplätzen „von Veränderungen betroffen sein“, wie es dort heißt. Der Stellenabbau ist Teil des auf zweieinhalb Jahre ausgelegten Programms namens „Agenda 21“.

Sanierung des Millionenbaus?

Zurzeit wird der Millionenbau in Geislingen generalsaniert. Nach letztem Stand der Informationen, die der GEISLINGER ZEITUNG von Unternehmensseite vorlagen, sollte ein deutlicher zweistelliger Millionenbetrag dafür investiert werden.

SEB hat WMF 2016 übernommen

Die französische Groupe SEB hatte im Mai 2016 die WMF übernommen. Das Unternehmen ist laut Wikipedia weltweit an über 40 Standorten vertreten.

Jan Steinert, in der Geschäftsführung für Personal und Recht zuständig, versicherte im vergangenen Herbst der GZ, dass SEB langfristige Pläne für die WMF habe. Die Investitionen der Franzosen in der Geislinger Standort seien dafür ein klares Zeichen. Als Beispiele nannte er die Sanierung des Millionenbaus sowie die Einführung neuer Softwaresysteme. Beides lasse sich SEB jeweils einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Die Erstmeldung veröffentlichten wir am Mittwoch, 10. Juli, um 13.50 Uhr.

Wir berichten über das Thema auch in der heutigen GZ (11. Juli).

Weitere Informationen folgen.