Der Betriebsrat der WMF hat am Mittwochvormittag die Belegschaft bei einer Betriebsversammlung in Geislingen auf den aktuellen Stand gebracht. Wie berichtet, soll die Kochgeschirr-Fertigung am Geislinger Standort geschlossen werden; rund 150 Arbeitsplätze sind bedroht. Die Zusammenkunft unter „sehr großer Beteiligung“ im Hof der WMF habe etwa anderthalb Stunden gedauert, sagte Martin Purschke, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall Göppingen-Geislingen, der GZ. Die Stimmung habe zwischen Resignation und Kampfeswillen geschwankt, meint Purschke: „Es war sehr emotional, die Mitarbeiter sind sehr betroffen. Da ist aber auch viel Kritik und Unverständnis für die Pläne von SEB.“

Kritik an SEB-Chef Thierry de la Tour d’Artaise

Purschke sagte in seiner Ansprache an die Mitarbeiter, dass SEB-Chef Thierry de la Tour d’Artaise beim Kauf der WMF von seinem hohen Respekt für das Unternehmen gesprochen habe. Purschke weiter: „Er hat aber keinen Respekt für die Mitarbeiter geäußert, die die Marke WMF zu dem gemacht haben, was sie ist, und die dafür gesorgt haben, dass die Gewinne reinkommen.“ Die WMF sei kein Sanierungsfall.

Geschäftsführung bleibt Betriebsversammlung fern

Gespräche des Betriebsrates mit der Geschäftsleitung werde es erst Mitte September geben. Letztere sei auch zur Betriebsversammlung eingeladen gewesen, habe aber nicht teilgenommen, weil es, so Purschke, „nichts Neues zu berichten gebe“.

Gemeinderat will Resolution zum Stellenabbau

Der Geislinger Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch auf Initiative des Grünen-Stadtrats Ismail Mutlu darauf verständigt, nach der Sommerpause eine gemeinsame Resolution zum Stellenabbau bei der WMF zu verabschieden.

Info: Dieser Artikel erschien zunächst im ePaper und in der gedruckten GZ am 25. Juli, im Internet am 29. Juli.