Die Donzdorfer Coverband „Streetlife XL“ bescherte der Oberen Roggenmühle bei Eybach mit einem vollen Zelt nicht nur einen fulminanten Abschluss ihres Sommerprogramms – die Musiker katapultierten ihre über 400 Gäste mit genial gecoverten Hits der 60er- bis 90er-Jahre zurück in ihre Jugend. „Streetlife XL“, das sind die drei Streetlife-Musiker Berti-Jo Müller, Gitarre, Holgi Köller Percussion und Cajon sowie Gitarrist und Saxofonist Gerrit Funk, plus  Gitarrist Timo Deininger und Drummer Al Sauer. Was die fünf zusammen auf der Bühne performten, das rockte, das fetzte, das war teilweise total abgefahren.

Schon das Trio „Streetlife“ überzeugt mit minimalen Mitteln, nämlich zwei Gitarren und drei tollen Stimmen im brillanten mehrstimmigen Gesang sowie einem mitreißenden Groove, den Holgi Köller aus seiner Holzkiste, dem Cajon, und seinem Percussionset zauberte. Doch legt die XL-Formation los, gibt es kein Halten mehr – weder fürs Publikum, noch für die Musiker. Allein der Sound ist mit Drumset und E-Gitarre üppig aufgebrezelt. Und mit ihren Solo-Einlagen, insbesondere von Gitarrist Timo Deininger und Saxofonist Gerrit Funk, heizten die Musiker die Partystimmung weiter an.

Bildergalerie Streetlife XL rocken in Eybach

Mit Spannung verfolgten die Zuhörer Deinigers Riffs, der seine Gitarren mal mit Slowhand lyrisch, aber durchaus progressiv erklingen ließ, oder in die Saiten griff, dass die Gitarre in schrägsten Tönen und bester Jimi Hendrix-Manier jaulte. Kein bisschen hintenan stellte sich Gerrit  Funk, wenn er sein Altsaxofon hier jazzig, dort rockig virtuos spielte. Fantastisch die Duette der beiden, erstklassig das Zusammenspiel aller fünf Musiker.

Mit 89er-Jahre-Songs, wie „Don‘t you forget about  me“ von den Simple Minds, Steve Winwoods „Back in high life again“ und dem Hit „Bus Stop“ aus den 60ern von den Hollies hatten Streetlife XL ihr Publikum rasch da, wo sie es haben wollten: Das sang mit, tanzte, klatschte mit und stieg ein in das tuckernde Zug-Stakkato von „I‘m a train“, Albert Hammonds Hit der 70er.

Jubelnder Beifall brandete auf nach Al Sauers fast schon melodiösem Schlagzeug-Intro und Deiningers Solo in „Wildnight“ des Rock-Folksängers John Mellencamp,  und nach Berti-Jo Müllers Interpretation zweier völlig unterschiedlicher Songs, die er verknüpft hatte: Joe Cocker‘s „Unchain my heart“, in schönster Imitation der rauchig-kratzigen Stimme des R&B-Sängers. Dieser lyrische Blues ging über in den  Tina-Turner-Hit „I can‘t stand the rain“, einzigartig rockig geröhrt von Berti-Jo, der sich den Song so zu eigen machte.

Dem vorangegangen war ein brillantes, heiseres Gesang-/Saxofon-Duett. Mit „Paradise City“ der Hardrockband GunsN‘Roses und einem sphärisch beginnenden „Living on a prayer“ von Bon Jovi, gespickt mit einem weiteren fulminanten Gitarrensolo von Deininger,  endete das erste Set. Eine gute Stunde Musik, die Zeit war wie im Flug vergangen.

Und nach der Pause warteten die Musiker  mit einer Überraschung auf: Motzend, in schönstem Schwäbisch, trabte „Flieger“ auf die Bühne: „Was soll denn des – lauter englischer Kruscht.“ Hansjörg Hummel hatte sofort die Lacher auf seiner Seite, maulte weiter und schon jagte er Gerrit Funk vom Stuhl, griff sich seine Gitarre, und los ging es mit den alten, beliebten Songs vom Moscht der einstigen Comedygruppe, dem Drommeldar Trio, der auch Berti-Jo Müller angehört hatte. Deren Motto hatte gelautet: schwäbisch g’schwätzt, g’songa ond blödelt. Nicht nur das Publikum war außer Rand und Band – die Streetlife-Musiker waren angesteckt von der Supergaudi und trugen mit ausgelassenen Soli dazu bei.