Geschäftsidee FlipPen: Da rotiert sogar der Kuli

Geislingen / Angelina Neuwirth 15.08.2017
Die Studenten Sven Häuser und Kim Eisenmann aus Geislingen wollen den Markt der Werbeartikel mit ihrem FlipPen revolutionieren.

Wer kennt die Situation nicht: Man sitzt über einem Text, der für die Schule, das Studium oder die Arbeit auseinander klamüsert werden will. Alle zwei Sekunden muss man den Kugelschreiber gegen einen Textmarker austauschen und wieder retour – Chaos ist dabei vorprogrammiert. Wegen dem daraus resultierenden Stress fängt die freie Hand an, nervös auf die Tischplatte zu klopfen und an Konzentration ist nicht mehr zu denken.

Dem wollen die Studenten Kim Eisenmann und Sven Häuser Abhilfe verschaffen. Die gebürtigen Geislinger, die in Karlsruhe und Pforzheim Wirtschaftsingenieurwesen studieren, haben einen neuartigen Artikel entwickelt, der dem nervösen Text-Auseinander-Nehmer helfen soll, ein bisschen lockerer und effizienter zu arbeiten. „Entspannungsherbeiführend und konzentrationsfördernd“ soll der FlipPen auf den Nutzer wirken. Hinter diesen Unwörtern verbirgt sich lediglich mehr Entspannung beim Schaffen, und – im Umkehrschluss – auch ein besseres Ergebnis.

Für den Betrachter sieht der FlipPen zunächst aus wie ein „Fidget Spinner“, ein beliebtes Spielzeug, das sich momentan in Kinder- wie Erwachsenenhänden findet. Seine Funktionen liegen unter dem futuristischen Design verborgen: Zwei eingebaute Minen machen es möglich, mühelos zwischen Kugelschreiber und Textmarker zu wechseln. Zur haptischen Befriedigung dienen eine Handschmeichler-Mulde und Oberflächenrillen, sogenannte Fishbones.

Die Idee für den FlipPen kam Sven Häuser und Kim Eisenmann beim Lernen, erzählen sie. „Ich habe beim Lernen gerne etwas in der Hand“, sagt er, und sie ergänzt: „Ich wollte mehr Ordnung beim Lernen und nicht ständig zwischen Kugelschreiber und Textmarker hin- und herspringen.“ Gemeinsam fingen sie an, an einem Prototypen zu tüfteln, verwarfen Ideen, standen vor einigen Problemen und haben so einen komplett durchdachten Artikel entwickelt, den ihnen so niemand nachmachen kann und wird – dank Gebrauchsmuster.

Nicht das kleinste Detail wurde dem Zufall überlassen; der Ballpoint-Textmarker sorgt dafür, dass die Farbe nicht auslaufen kann, ein Loch an der Kugelschreiberkappe  verhindert Ersticken, falls der Nutzer den Deckel verschlucken sollte. Die Minen der Schreibgeräte sind einfach austauschbar. Produziert wird der FlipPen regional, die Spritzgussfertigung findet in Kirchheim/Teck statt, die einzelnen Teile bauen Studenten und Mütter zusammen, die sich etwas dazuverdienen wollen. „Wir wollen deutsche Qualität haben“, erklärt Kim Eisenmann, „wenn man etwas macht, macht man es richtig, oder man lässt es. Wir hätten das Ganze auch für weniger Geld in China produzieren lassen können, aber das wollten wir nicht.“ Auch in der Beziehung zu ihren Mitarbeitern legen die beiden großen Wert auf gute Zusammenarbeit – je motivierter die Mitarbeiter, desto besser die Qualität.

Wichtig ist ihnen auch der Wiedererkennungswert des Produkts. Der FlipPen macht neugierig und steigert das Markenbewusstsein, er brennt sich ins Gedächtnis von Messebesuchern ein, die das coole Werbegeschenk am Stand einer Firma entdeckt haben. Das ist übrigens einer der wenigen Wege, über die der FlipPen erworben werden kann: Er wird nur über Firmen und Werbeartikelhändler erhältlich sein. Alle glatten Flächen des Artikels sind Werbeflächen, können individuell gestaltet und bedruckt werden und sind in sämtlichen Farben erhältlich.

Info Interessierte finden weitere Informationen und Kontaktdaten auf der Webseite der Karlsruher Studenten unter www.flip-pen.de

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