Der Poledance hat so seinen Ruf. Viele Leute verorten den Tanz an der Metallstange im Rotlichtmilieu, erfunden für die Unterhaltung von Leuten, die sich gerne in Stripteaselokalen aufhalten. „Poledance ist Kunst“, sagt hingegen Elisabeth Gassner, die man Eli nennen darf, und wer’s nicht glaubt, sollte sie tanzen sehen, nachts, zur Musik von ZHU, unter den Arkaden der Gaildorfer Sporthalle. Leicht, unangestrengt, aber auch ausgesprochen akrobatisch wirken die Figuren, die sie an der provisorisch aufgestellten Stange ausführt. „Ganz viel Kraft muss man dafür haben“, sagt die Gaildorferin, die in Berlin studiert.

Freiheit und Diversität

Den Tanz kann man sich anschauen in einem knapp zweiminütigen Videoclip mit dem Titel „The Five Elements of Freedom“, den Eli Gassner mit Freunden in Gaildorf gedreht hat und der nun in einem Wettbewerb des Berliner Studierendenwerkes präsentiert werden soll. Fünf Genres hat sie darin untergebracht: neben dem Poledance den Hoop, der mit dünnen Reifen getanzt wird, den Veil, bei dem Stofftücher verwendet werden, den Showdance und den Gogo.

Youtube Eli Gassner zeigt ihr tänzerisches Können

Es gehe ihr um die Freiheit des Ausdrucks, schreibt sie dazu, um Vielfalt und Diversität, die sich auch in den Kostümen äußern und in den Charakteren, die den Tanzszenen zugrunde liegen. Und natürlich geht’s dabei auch um sie selbst. Ihr Lieblingszitat lautet „The best way to predict the future is to create it“. Meint auch: Man kann auf seine Zukunft Einfluss nehmen – das Video zeigt ihren Traum.

Gogo an der Halfpipe

Von Gaildorf gibt’s einiges zu sehen in den fünf Teilen, die nach den Elementen Wind und Wasser, Erde, Metall und Feuer benannt sind. Eli Gassner hat auch vor einer der Windenergieanlagen des Naturstromspeichers getanzt, am Unterbecken, auf dem Weiter Weg und an der Halfpipe am Hallengelände. Sie sei stolz darauf, in Gaildorf aufgewachsen zu sein, sagt sie, mit dem Clip lade sie ein zu einer Reise durch ihre Heimat und ihre Passion.

Technische Informatik hat Eli Gassner studiert und einen Bachelor erlangt, nun sattelt sie einen Master in „Human Factors“ obendrauf. Der Studiengang verbindet Psychologie und Ingenieurwissenschaften. Nächstes Jahr will sie abschließen.
Das Tanzen nimmt freilich gerade ziemlich viel Raum in ihrem Alltag ein. Infiziert wurde Eli Gassner schon früh: Sie habe als Jugendliche eine Party in der Gaildorfer Körhalle besucht, bei der Showtänze gezeigt wurden, erzählt sie. „Ich dachte: Wow!“

Choreographie aus dem Netz

Neben ihrem Studium hat sie diverse Tanzkurse besucht und sich auch online kundig gemacht. Die Showdance-Choreografie von „Earth“ etwa hat sie auf einem Clip von Yasmin Colman entdeckt, einer Tänzerin der Ultra Angels, die aus dem Ultra Musicfestival in Miami hervorgegangen sind. Sie habe einfach per Mail angefragt, ob sie die Choreografie übernehmen könne, erzählt Gassner. Für ihre Tanzaktivitäten hat sie sich übrigens einen Künstlernamen zugelegt: Als Jenny Rush tanzte sie in Clubs, bei der Streetparade in Zürich und bei einem Konzert in Amsterdam. Nun hofft sie auf weitere Auftritte: „Ich liebe das!“

Auftritt bei „Soko Potsdam“

Auch fürs Fernsehen wurde sie schon gebucht: Ein Berliner Club, bei dem sie sich beworben hatte, habe ihre Unterlagen an eine Leipziger Agentur weitergereicht, berichtet sie. Nun tanzt sie in einer Folge der Krimiserie „Soko Potsdam“. Zehn Stunden lang war sie am Set. Die Folge soll Ende des Jahres ausgestrahlt werden.

Talente präsentieren sich in Videoclips


Bereits online Der Talentwettbewerb Mix it! Open Stage I wird vom Bereich Kultur und Internationales des Berliner Studierendenwerkes durchgeführt. Wer zum Finale weitergeleitet wird, entscheidet das Publikum. Der Beginn des Online-Votings hat sich verschoben, ein neuer Termin ist noch nicht bekannt. Einstweilen kann man sich Eli Gassners Video auf YouTube anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=LcXLCLFef1k. Kontakt: booking.jennyrushdance@gmail.com.Eine Homepage www.jennyrushdance.de wird derzeit aufgebaut. rif