Eine Amtseinsetzung ohne viel Aufhebens wäre Andreas Haller am liebsten gewesen. Zu dem feierlichen Akt in der Fichtenberger Schule waren viele Rektorinnen, Schulleiterinnen und Wegbegleiter erschienen.

Er sei ein echter 68er, schmunzelte Haller, als er auf seinen Geburtsjahrgang angesprochen wurde. Er kam in Welzheim zur Welt, ist dort aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat auch in seinem Geburtsort das Abitur abgelegt. Was bis dahin ein geradliniger Weg war, wurde im weiteren Verlauf zu einer eigenen persönlichen Herausforderung und Selbstfindung. Betriebspraktika weckten Hallers Lust auf ein Maschinenbaustudium. Wegen des Zivildiensts und als ausgebildeter Rettungshelfer lag ein Medizinstudium nahe. Nach einem Auslandsaufenthalt in Australien und handwerklichen Erfahrungen als Dachdecker ging es dann doch an die Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd.

Seit 2012 arbeitet der erfahrene Lehrer im Schulleiterteam mit. Dabei blieb nicht unerkannt, welch großen Wert er besonders auf die individuelle Förderung von Schülern legt. Sein humorvolles Wesen und die offene, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Schulen hob die Leitende Schulamtsdirektorin Ursula Jordan vom Schulamt in Künzelsau hervor. Als Tag der großen Freude bezeichnete Bürgermeister Roland Miola auch im Namen seines Oberroter Kollegen Daniel Bullinger die Amtseinsetzung. Der Bürgermeister war zuversichtlich, dass Haller die Schule positiv weiterentwickeln werde. Das will die Gemeinde mit Investitionen in die Modernisierung der Schule unterstützen und damit die Situation und den Fortbestand mit der Oberroter Schule sichern. „Danke, dass du die Herausforderung annimmst“, ließ Pfarrerin Ursula Braxmaier den frisch gekürten Rektor wissen.

Der Grundschulchor ließ mit seinen Liedern keine Zweifel aufkommen, dass die Schüler ihren Rektor längst ins Herz geschlossen haben. Auch die Schulband setzte Andreas Haller ins Rampenlicht und schleppte ihn aufs Podium, wo er seine instrumentalen Künste an der Gitarre unter Beweis stellen konnte. Einen Notfallkoffer für den Rektor stattete das Lehrerkollegium mit diversen liederlichen Mittelchen aus, mit dem Versprechen, dass auch Placebos ihre Wirkung haben könnten. Das hochprozentige Wässerchen – versteckt in einem Aktenordner – allerdings ausgenommen. Die Schülersprecher Kornelia Schapowal und Jari Dethloff aus der Neunten führten unaufgeregt durch das Programm.

Am Ende der Einsetzung wollte Andreas Haller einfach nur Danke sagen für das in ihn gesetzte Vertrauen. Das galt den Grußwortrednern, der Unterstützung durch die Schulleiterinnen, den Kolleginnen, Kollegen und nicht zuletzt seiner Lebensgefährtin Barbara Götz. Er war sich sicher: „Notwendige Veränderungen werden gelingen, wenn wir sie gemeinsam angehen.“