Gaildorf / Hans Buchhofer Die Altdorfer Sing- und Spielgemeinschaft kann mit seinen Gästen die Besucher überzeugen.

Normalerweise wartet die Altdorfer Sing- und Spielgemeinschaft bei ihrem Jahreskonzert neben den Liedvorträgen mit einem Theaterstück auf, doch diesmal konnte kein geeignetes Stück gefunden werden und zudem wurde die Kulisse beim Ausräumen des Lagerraums voreilig entsorgt. Dies war aber kein Beinbruch, denn die Altdorfer entschieden sich kurzerhand für einen reinen Konzertabend, konnten dazu noch ihre Freunde aus Criesbach und zusätzlich mit Vera Jäger aus Sulzbach-Laufen einen Überraschungsgast gewinnen. Dies verriet der Vorsitzende der Altdorfer, Jürgen Jäckel, bei seiner Begrüßung in der Hohbühlhalle.

Attraktive Auswahl

Unter dem Motto „Musik – gestern und heute“ konnten die beiden Dirigenten Bernd Scheiderer von der Altdorfer Sing- und Spielgemeinschaft und Rainer Jaag vom Männerchor aus Criesbach aus einem reichen Fundus der Musikliteratur eine Auswahl treffen. Die beiden Chöre wechselten sich mit der Solosängerin Vera Jäger ab, was die Besucher sehr angenehm empfanden, da sie von zwei unterschiedlichen Chören musikalisch verwöhnt wurden. Dass ein Chor auch mit „einfach zu singenden“ Volksliedern begeistern kann, wenn Klang, Rhythmus, Artikulation und Interpretation stimmen, bewiesen beide Chöre. So erntete das dalmatinische Volkslied  „Kleine Maria“ oder das mit Inbrunst gesungene „Hab oft im Kreise der Lieben“ stürmischen Beifall. Bei den Criesbachern war die Sache ähnlich. Die beiden Chorleiter beließen es aber nicht nur bei sauber vorgetragenen Volksliedern, sondern verlangten ihren Sängerinnen und Sängern auch einiges ab.

Die Criesbacher wagten sich an den Song der „Mann im Mond“ von den Prinzen und an „And so it goes“ von Billy Joel/K. Shaw heran, was eine echte Herausforderung für die Sänger wegen der Akkorde und der Jazzelemente darstellte. Die Altdorfer beeindruckten besonders mit Ohrwürmern oder mit dem Einmarschsong des Boxers Henry Maske „Conquest of Paradise“. Die Eroberung des Paradieses war dem Boxer schlussendlich nicht ganz gelungen, doch den Akteuren auf der Bühne war die Eroberung der Herzen in der Hohbühlhalle bei ihrem Jahreskonzert komplett gelungen.

Es können nicht alle 23 Liedvorträge genannt werden, doch es war den Sängerinnen und Sängern anzumerken, dass sie mit Herzblut bei der Sache waren. Zu erwähnen sind noch die beiden Dirigenten. Bernd Scheiderer leitet seit Jahren die Altdorfer. Der Musikpädagoge ist ein Vollblutmusiker und begleitet den Chor auf dem Klavinova perfekt, gibt seine Einsätze ruhig und präzise und lässt sich bei kleineren technischen Defekten nicht aus der Ruhe bringen. Rainer Jaag von den Criesheimern ist ebenso mit oder ohne Gitarre ein Halt für seinen stimmgewaltigen Männerchor, der mit einem harmonischen Bass zu glänzen weiß. Nicht nur eine Überraschung war Solistin Vera Jäger aus Sulzbach-Laufen, sondern ein echtes Highlight. Mit ihrem Mezzosopran, der eher rockig-poppig klingt, begeisterte sie die Zuhörer mit fünf modernen Songs aus dem Repertoire von Adele, Wendrsonn, Grönemeyer und mit dem Hallelujah von Cohen. Durch das Programm führte die Vizedirigenten Roswitha Wirth. Einen genussvollen Konzertabend versprach Jürgen Jäckel, und mit lang anhaltendem Beifall bestätigten dies am Ende die Zuhörer.