Sonntagnachmittag in Gaildorf. Die Sommerhitze lockt viele Menschen ins Mineralfreibad auf dem Kieselberg. Sie suchen in der idyllisch gelegenen Freizeiteinrichtung Abkühlung und Erfrischung. Plötzlich eilen drei Streifenwagen der Polizei den Berg hoch. Beobachtern kommen die kürzlichen aggressiven Ausschreitungen in Düsseldorf und im Raum Stuttgart in den Sinn. Was ist passiert?

Stadtrat Baumann geht dem Vorfall auf den Grund

Mittwochabend im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses. Zu Beginn der Gemeinderatssitzung nutzt CDU-Stadtrat Rainer Baumann die Fragestunde, um nachzuhaken. Ihm, sagt er, sei zu Ohren gekommen, dass es unter Badegästen zu einem Streit gekommen sei und dabei seitens des Freibadpersonals ein Platzverbot ausgesprochen worden sei.

In der Wochenendbilanz des Polizeipräsidiums Aalen für die Presse ist davon nichts zu lesen. Bürgermeister Frank Zimmermann indes bestätigt, dass auf dem Gelände des Freibads tatsächlich etwas vorgefallen ist. Er berichtet von einem „unguten Wortwechsel“ und darüber, dass die Polizei „Personen des Bades verwiesen“ habe. Auch habe die Stadt ein Hausverbot ausgesprochen. Das, ergänzt Erste Beigeordnete Tanja Ritter, nun auch schriftlich übermittelt sei.

Landkreis Ludwigsburg Viele Besucher, wenig Respekt

Kreis Ludwigsburg

Familie weigert sich, das Freibad zu verlassen

Dass sich eine in der Flüchtlingsbetreuung engagierte Gruppe aus Hall dagegen ausgesprochen haben soll, die Familie mit Migrationshintergrund mit einem Verbot zu belegen, wie es Rainer Baumann zugetragen worden ist, kann die Vizebürgermeisterin weder bestätigen noch dementieren: „Von einem derartigen Widerspruch ist uns nichts bekannt.“

Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium bestätigt Pressesprecher Bernd Märkle das Geschehen. Den Ermittlungen zufolge wollen Zeugen beobachtet haben, wie sich zwei Kinder an den Taschen von Badegästen zu schaffen gemacht hätten. Der Bademeister, der davon unterrichtet worden sei, habe daraufhin den Vater der beiden Buben aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Der jedoch habe nicht gehen wollen und auch auf das nun gegen die fünfköpfige Familie verhängte Hausverbot nicht reagiert, weshalb die Polizei verständigt worden sei.

Beim Eintreffen der sechs Polizeibeamten gegen 16.15 Uhr entspannt sich die hitzige Situation offensichtlich nicht. Der Vater, so der Pressesprecher, habe sich der Aufforderung, mit der Familie das Freibad zu verlassen, widersetzt und den Polizisten erklärt, er werde nicht gehen. Erst „unter Androhung von Zwang“ habe der Mann, der zuvor das Freibadpersonal beleidigt haben soll, eingelenkt.

Bietigheim-Bissingen

Diskussion schaukelt sich zur „verbalen Rangelei“ hoch

Tanja Ritter begründet das Hausverbot mit dem moderaten Hinweis, dass sich die Familie „nicht der Hausordnung entsprechend verhalten“ habe. Nach der Intervention des Bademeisters habe sich eine intensive Diskussion zwischen diesem und der Familie entwickelt und langsam zur „verbalen Rangelei“ hochgeschaukelt. Dabei seien gegen den städtischen Mitarbeiter auch „unschöne Worte“ gefallen.

Froh sind alle Beteiligten, dass eine Eskalation des Streits verhindert werden konnte. Wie an diesem Tag auch in Vellberg: Dort waren zwei Jugendliche und der Bademeister aneinandergeraten. Auch in diesem Fall musste die Polizei einschreiten.

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