„Seid ihr alle da?“ – ein ohrenbetäubendes „Jaaaa“ aus über 100 Kinderkehlen schallte Pfarrerin Ursula Braxmaier zu Beginn des Mitmachkonzerts von Mike Müllerbauer in der Kilianskirche entgegen. Heute gelte der Ausnahmezustand in der Kirche. Es dürfe getanzt und auf die Bänke gestiegen werden, erlaubte die Pfarrerin – aber nur den Kleinen – wegen der besseren Sicht auf das Geschehen auf der Bühne vor dem Altar. Das nahm sofort mit der Musik von Mike und Andy rasante Fahrt auf.

Im geräumigen Mittelgang des Kirchenraums war kein Durchkommen mehr. Kinder tanzten und bewegten sich enthusiastisch zu den fetzigen Songs von Mike mit der Gitarre, Andy am Keyboard und den rhythmischen Gesten der beiden „Vortänzerinnen“ Ruby und Juni. Gut, dass Ursula Braxmaier nur den Kleinen erlaubte, auf die Kirchenbänke zu steigen. Nicht allein die kindgerecht gereimt arrangierte Musik ließ das Publikum mitfiebern, auch das komödiantenhafte Spiel der beiden Protagonisten vor und hinter der Kulisse erheiterte alle im Raum.

Bildergalerie Lachende Kinderaugen allüberall

Geschickt lenkte Mike damit die Aufmerksamkeit auf seine christlichen Botschaften. Andy, den Zweifler, der mit Fitnesstraining seine Muskulatur stärkte, um keine Angst haben zu müssen, überzeugte Mike, dass das Vertrauen auf Gott mehr Wirkung habe. Auch unerfüllte Gebetswünsche würden sich letztendlich zum Guten wenden, versprach Mike aus eigener Erfahrung seinen kleinen Fans. Das Pantomimenspiel des Liedermachers zu den Lieblingsbeschäftigungen von vier Kindern steigerte den Unterhaltungswert des Abends. Ob Radfahren durch Pfützen, Holztransport mit dem Spieltraktor, sportlicher Spagat oder die Barbiepuppen-Sammlung, alle Menschen sind auf ihre Art rechtschaffen, war die Mission. Der Auftritt des Grundschulchors der Fichtenberger Schule setzte dem Mitmachkonzert die Krone auf. Enthusiastisch sang und bewegte sich der riesige Kinderchor zur Musik von Mike und Andy und folgte der Choreografie der Lehrerinnen Iris Seehuber und Jutta Nagel. Die Gaudi erreichte ihren Höhepunkt mit dem „Schlabbadidado“-Song. Weil der an Badegeräusche erinnert, verpasste Andy Mike eine Badekappe. Erheiterte Genugtuung im Publikum, als der wiederum Andy seine alte Badehose mit Freischwimmerabzeichen über den Kopf stülpte.

Als wäre das nicht genug Klamauk, zeigte Mike, wie er seine Gitarre auf dem Kinn balancieren konnte. Andys Kunststück war eine kuriose „Knallmaschine“, die er trotz Mikes größten Sicherheitsbedenken dem Publikum vorführte: Ein Tischfeuerwerk unter einem aufgeblasenen Luftballon tat seine Wirkung – wie auch der Konzertabend beim hingerissenen Mitmachpublikum. Kaum da, war Mike Müllerbauer schon wieder weg.

Einfühlsames Entertainment

Sein überschäumendes und gleichfalls einfühlsames Entertainment hat zum dritten Mal die Fichtenberger Fangemeinde begeistert. Vielleicht gelingt es dem Evangelischen Jugendwerk Gaildorf und der evangelischen Kirchengemeinde Fichtenberg, das christliche Showtalent wieder einmal für ein Konzert zu engagieren. Ob dann der Kirchensaal noch ausreicht?

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