Der Schutz des stark bedrohten Rebhuhns auf dem Schmidener Feld wird seit einigen Jahren intensiv betrieben. Die Stadt Fellbach, der Rems-Murr-Kreis, der Landschaftserhaltungsverband, der NABU Baden-Württemberg und der Landesjagdverband ziehen gemeinsam mit den örtlichen Landwirten an einem Strang, wenn es darum geht, den Rebhühnern wieder bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg fördert das Projekt bis 2020.

Um dem Charaktervogel des Schmidener Feldes besser unter die Arme zu greifen, werden jetzt sechs Kilometer Graswege aufgefräst und die artenarme Vegetation durch eine speziell auf Fellbach abgestimmte Blühmischung ersetzt, erklärt Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Rems-Murr. Die artenreiche Vegetation bildet die Nahrungsgrundlage sowohl für die jungen Hühner, die sich von Insekten ernähren, als auch für die Altvögel, die Sämereien bevorzugen.

„In der Bevölkerung ist langsam auch das Gespür für die Wichtigkeit der Maßnahmen vorhanden“, freute sich Fellbachs Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Denn der Naturschutz – und auf dem Schmidener Feld vor allem der Rebhuhnschutz – sei längst nicht mehr nur ein Thema für Stadtverwaltung, Landratsamt und Landwirte. Stefan Hein, Umweltdezernent im Landratsamt, sagt: „Der Landkreis setzt sich ganz bewusst für die Artenvielfalt ein. Blühflächen sind in diesem Bereich ein zentrales Thema: An der B 29 haben wir bereits mehr als acht Hektar Blühflächen angelegt, aber auch die Landwirte und die Kommunen leisten hier wertvolle Arbeit.“

„Das Rebhuhnprojekt kam hoffentlich gerade noch rechtzeitig, denn obwohl das Schmidener Feld eine der größten Rebhuhnpopulationen in Baden-Württemberg beheimatet hat, ist der Bestand inzwischen erschreckend niedrig“, so Michael Eick vom NABU Fellbach. „Es ist gut, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Brutbestand wieder zu erhöhen. Ganz wichtig ist die Information der Besucher des Schmidener Feldes. Die Einsaat der Erdwege stellt zudem einen weiteren Baustein dar, um die Lebensbedingungen der Rebhühner zu verbessern.“

Der weltweite Rückgang von Insekten ist auch im Rems-Murr-Kreis bemerkbar. Alle bestäubenden Insekten brauchen ein ausreichendes Angebot an Blüten und Pollen, um genug Nahrung zu finden. Dafür sind naturnahe Blühflächen mit heimischen Pflanzen notwendig. „Der Rems-Murr-Kreis hat einen bunten Strauß an Blühflächen-Projekten auf den Weg gebracht“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Schon 2017 haben wir in unserem Naturpark das Bienenjahr ausgerufen und sind aktiv geworden. Über dieses Projekt sind auch die Rems­tal-Gartenschau und der Naturpark eng verbunden. Wir haben vieles vernetzt und interkommunal zusammengearbeitet. Wichtig ist mir, nicht nur bunte Blumenwiesen anzulegen.“ Dem Landrat geht es um Vielfalt.

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