Bildung Tag der offenen Tür

Reinhard Spadinger, Lehrer für Naturwissenschaft und Technik, führt am Tag der offenen Tür an der Urspringschule das Elektroboot „Krabbelmaran“ vor.
Reinhard Spadinger, Lehrer für Naturwissenschaft und Technik, führt am Tag der offenen Tür an der Urspringschule das Elektroboot „Krabbelmaran“ vor. © Foto: Joachim Schultheiß
Schelklingen / Joachim Schultheiß 12.02.2019

Gleich von Beginn an war der Andrang beim Tag der offenen Tür der an der Urspringschule in Schelklingen am Sonntag ungewöhnlich  groß. In der Aula der Neuen Schule sammelten sich die Besucher; dort fanden Beratungsgespräche für Interessenten statt, Schüler starteten mit Besuchergruppen zu Führungen durch die Schule und ihre Einrichtungen.

Im Obergeschoss führte der Lehrer für Naturwissenschaft und Technik (NWT), Reinhard Spadinger, mit seinen Kollegen Projekte vor, die er das Jahr über mit seinen Schülern realisiert hatte. So war etwa das Solarboot „Krabbelmaran“ zu sehen, mit dem die Urspringschüler im vorigen Jahr den zweiten Preis beim Solarbootwettbewerb in Konstanz gewonnen hatten. Einige Bauteile des Bootes waren mit Hilfe eines 3D-Druckers, der ebenfalls zu besichtigen war, hergestellt worden.

Auch die Ausbildungswerkstätten der Schule hatten geöffnet. Schüler der Urspringschule können von der achten Klasse an außer der schulischen auch eine handwerkliche Ausbildung absolvieren. Eine Schreiner-, eine Schneider- oder eine Feinwerkmechanikerlehre stehen zur Auswahl. In sechs Jahren werden die Schüler dann bis zur Prüfung  vor der Handwerkskammer Ulm geführt. Innerhalb von einem halben bis zu einem Jahr nach dem Abitur müsse die Gesellenprüfung folgen, erläuterte Simone Krauß, Ausbildungsmeisterin der Schneiderwerkstatt.

Während der Ausbildung müssen sich die jungen Leute Praktikumsbetriebe suchen. Nabil Tahiri-Schnitzer, im letzten Ausbildungsjahr zum Schneidergesellen, hat beispielsweise ein Praktikum bei der Bühnenschneiderei von Stage Entertainment in Hamburg absolviert.  Krauß betreut zurzeit vier Auszubildende, die das Schneiderhandwerk erlernen möchten. Es seien aber auch schon bis zu 14 Lehrlinge gewesen, sagte die Meisterin. Das sei ein Auf und Ab, je nach Interessenlage der Schüler.

Auch die Sporthalle war zur Besichtigung geöffnet, denn Urspring ist ja auch ein Basketballinternat des Deutschen Basketball-Bundes. Im Unterstufengebäude stellte sich Lehrerin Andrea Wetzler den Fragen der Besucher. Auch ihr Projekt „Eine Million Bauherren“, mit dem sie seit mehreren Jahren Spenden für einen Neubau des Gebäudes sammelt, läuft noch immer. Erfreulicher Effekt der Aktion sei gewesen, dass auch größere Spenden dafür eingegangen seien.

Neue Angebote ziehen

Internatsleiter Daniel Leichtner war sehr erfreut über den Besucherandrang. Den überraschenden Anteil von Interessenten aus der näheren Umgebung führte er auf die neuen Angebote der Urspringschule zurück wie das Aufbaugymnasium, das sich an Zehntklässler anderer Schulformen richtet.

Mit etwa 220 Schülern sei die Urspringschule ausgelastet, sagte Leichtner. Etwa 120 von ihnen seien Internatsschüler, der Rest Externe. Etwa 20 Prozent der Urspringschüler kommen laut dem Internatsleiter aus dem Ausland. Schüler ohne Deutschkenntnisse werden im angeschlossenen Spracheninstitut innerhalb eines Jahres auf B2-Niveau gebracht. Für zurzeit 18 Grundschüler ab Klasse drei ist Urspring ebenfalls die Schule ihrer Wahl – beziehungsweise die Wahl ihrer Eltern.

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