Das Konzert vor Weihnachten ist eine schöne Tradition am Johann-Vanotti-Gymnasium in Ehingen, die auch am Montagabend wieder die St. Vinzenzkirche im Kloster in Untermarchtal gefüllt hat. Es gab ergreifenden Gesang und wunderschöne Instrumentalmusik und die vielen Kinder und Jugendlichen bewiesen einmal mehr, dass Musik am JVG eine zentrale Rolle spielt. Ob Big Band, sinfonisches Blasorchester,  Chöre oder Streichorchester – es gibt viele Möglichkeiten, sich musikalisch fördern zu lassen.

Klare Sopranstimmen

Den Auftakt machten die Chorklasse 7 und der Chor samt instrumentaler Begleitung mit der Messe über das Lied „Stille Nacht“, das vor 200 Jahren von Franz Xaver Gruber komponiert wurde. In den Sätzen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei zeigte sich unter der Leitung von Wolfgang Gentner das hohe Niveau der jungen Sängerinnen und Sänger. Jaqueline Lasczak, Rebekka Häußler und Regina Fisel begeisterten das Publikum mit ihren klaren Sopranstimmen. Die festen liturgischen Bestandteile erklangen emotional äußerst ansprechend, präzise Einsätze und der Wohlklang der Stimmen verbreitete eine wunderbare Atmosphäre, von der sich die Besucher ergreifen ließen.

Weihnachtslieder aus Frankreich

Ein wahres Klangerlebnis bescherte das Streichorchester unter der Leitung von Gabriele Lang, das das Allegro aus dem „Konzert D-Dur“ von Johann Sebastian Bach sowie einen gelungenen Auszug aus „Frozen“ zu Gehör brachte. Die feinfühlige Intonation der Filmmusik aus dem Disney Animations-Abenteuer „Die Eiskönigin“ regte die Fantasie an und ließ die beeindruckten Zuhörer warm ums Herz werden.

Weihnachtslieder gehören auch in Frankreich zur Advents- und Weihnachtszeit. Mit „Entre le boeuf et l´âne gris“ und „Que j’aime ce divin enfant“ wurden zwei der schönsten französischen „Noëls“ vom Chor mit Orgelbegleitung vorgetragen. Ein weiterer Höhepunkt des sensibel zusammengestellten Programms stellte der Auftritt des sinfonischen Blasorchesters unter der Leitung von Simon Föhr dar. Bereits mit dem Choralvorspiel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach kam die Variabilität der Musiker voll zur Geltung. Von mehreren Standorten in der Kirche waren Blasinstrumente zu hören, in der typischen Kompositionsform des Choralvorspiels erklang ein virtuoser Orchestersatz, der auch den letzten Winkel mit festlichen Klängen erreichte. Das Orchester schaffte es grandios, dieses große Werk zu intonieren und auf oberflächliche Instrumentationseffekte zu verzichten.

Auch bei Georg Friedrich Händels „Die Ankunft der Königin von Saba“ aus „Salomon“ war das Niveau der Musiker deutlich hörbar. Die prächtige und virtuose Musik ließ die Größe des Ereignisses beim Empfang der Königin samt ihres Gefolges sehr gut erahnen, insbesondere die beiden Solo-Trompeter Lukas Huber und Felix Rau erzeugten große Wirkung und gefielen im Zusammenspiel mit dem Blasorchester.

Abschluss mit „Tochter Zion“

Bevor dieses Konzert mit dem wohlbekannten und außergewöhnlichen Werk „Highland Cathedral“ und einem musikalischen Bild von malerischen schottischen Ortschaften, Schlössern und rauem Gebirge einen gelungenen Abschluss fand, entführte das sinfonische Blasorchester seine Zuhörer in die Ukraine. Feines Glockengeschell läutete das traditionelle ukrainische Neujahrslied ein, das auf dem Chorwerk „Shchedryk“ basiert und eine wunderschöne eingängige Melodie vorweisen kann. Zum gemeinsamen Schlusslied „Tochter Zion“ fanden sich noch einmal alle Akteure im Altarraum zusammen und vereinten sich zu einem großartigen Klangkörper.