Was heute noch meist wie Zukunftsmusik klingt, wird für die Jugendlichen schon morgen im Berufsleben zum Alltag gehören. Das wurde am Dienstag beim Vortrag in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums deutlich, in dem die Molekularbiologin Melanie Baur und die Geoökologin Susanne Fries den Zehntklässlern Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten in den entsprechenden Fächern vorstellten. Mit dem dahinter stehenden Programm „Coaching4Future“ ist das Bildungswerk Baden-Württemberg in Schulen unterwegs, um Schülern „Berufsorientierung mit Technik zum Anfassen“ zu bieten. Lust auf „MINT“ (die Fächer Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) soll gemacht werden.

Ein Filmclip als Einführung zeigte aktuelle Entwicklungen, die vielleicht in naher Zukunft auf den Markt kommen. Die Schüler durften aus sechs Themen zwei wählen, die näher vorgestellt wurden. Sie entschieden sich für mobil sein und Lifestyle leben. Und so erfuhren sie viel Wissenswertes über die diesbezügliche künftige Arbeitswelt.

Für eine neue Entwicklung müssen sich zukünftig verschiedene Fachleute noch mehr ergänzen, erfuhren die Schüler. Zur Herstellung eines Flugtaxis beispielsweise müssen Bedürfnisse der potentiellen Kunden gesammelt und ausgewertet sowie Flugmaterialien, die fest und dennoch leicht sind, entwickelt werden. Fachleute aus Wirtschaftsingenieurwesen, Luft- und Raumfahrttechnik und Fluggerätetechnik arbeiten hier Hand in Hand, schilderten die Referentinnen.

Immer wieder mal ließ das Coachingteam auch Anschauungsmaterial durch die Reihen gehen. Zudem stellten sie die Idee des Hyperloop vor. Das ist ein Hochgeschwindigkeitssystem, bei dem eine Kapsel mittels Luftkissentechnik durch eine Röhre transportiert wird und Geschwindigkeiten von bis zu 1200 Stundenkilometern erreichen soll. Noch sei das nicht möglich, aber viele Firmen arbeiten weltweit an solchen Projekten. Überlegt werde, am Hamburger Hafen ein solches System zu installieren, um unter anderem den Verkehr zu entlasten.

Biegsame Solarzellen

Mit Solarzellen in T-Shirts könnte unterwegs das Smartphone aufgeladen werden, versprachen die Referentinnen. Biegsame Solarzellen gingen für die Schüler als Anschauungsmaterial durch die Reihen. Die Industrie arbeite derzeit schon daran, den Lotuseffekt zu nutzen und Kleidung herzustellen, die schmutzabweisend wirkt. Lotusblätter lassen durch ihre spezielle Oberfläche Wasser abperlen. Anhand der mitgebrachten Stoffmuster konnten sich die Jugendlichen selbst von der Wirkung dieses Phänomens überzeugen.

Überhaupt wurde den Schülern etliches im wahrsten Sinne begreiflich gemacht. So konnten auch Handschuhe, in die Silberfäden gewebt waren, fürs bessere Bedienen eines Touchdisplays betrachtet werden. Für den einen oder anderen eher unappetitlich war die Vorstellung von der Herstellung künstlichen Hackfleisches, wobei jedem Schüler klar war, dass Ernährungsforschung für die Zukunft ein sehr wichtiger wissenschaftlicher Bereich darstellt. Mit großem Interesse wurde nach dem Vortrag von vielen die Exponate zu den Berufsfeldern genauer unter die Lupe genommen. Die Zukunft in greifbarer Nähe.

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Ein Karrierenavigator für Schüler


Berufsorientierung Auf der Webseite von „Coaching4Future“ wird den Schülern ein „Karrierenavigator“ bereitgestellt, mit dessen Hilfe sie ihre Interessen eingeben können. Am Ende können sie eine Liste mit den für sie in Frage kommenden Studiengängen und Ausbildungsmöglichkeiten abrufen.