Große Nachfrage herrschte gestern bei der achten Auflage des Regionalen Ausbildungstags in Munderkingen. Schon von Beginn an und bis zum Schluss am Nachmittag war der Andrang in der Donauhalle groß. Am Vormittag waren es meist Schüler, die sich bei den mehr als 50 Ausstellern informierten, nach der Mittagszeit waren auch viele Eltern dort.

Dominik Schenzle, Nico Stark und Nils Kiesling von der 9c der Munderkinger Realschule steuerten zielstrebig die Industrie- und Handwerksbetriebe an. Das Trio setzt auf Ausbildungsplätze im Handwerk. Andere Schüler der Real- oder Förderschule gingen von Stand zu Stand. Die Jugendlichen waren in ihren Schulen gut vorbereitet worden.

Am Stand der Emerkinger Zimmerei Frankenhauser stand ein Tischkicker. „Wer von euch gewinnt, hat ein Praktikum in der Tasche“, sagte Chef Georg Frankenhauser lachend zu den Kickern. Für seinen Betrieb mit 14 Mitarbeitern sei der Munderkinger Ausbildungstag die wichtigste Messe. „Hier ergeben sich immer Praktika und in Folge auch Ausbildungsverträge.“ Das bestätigte Denis Lamsfuß vom Seniorenzentrum St. Anna, das aktuell ein Dutzend Lehrlinge ausbildet. Es kämen immer Kontakte für eine Berufsausbildung zustande.

Azubis informieren selbst

Bei der Spedition Stöhr informierte auch Azubi Jama Ismal Abshir. Der 19-Jährige, der aus Somalia stammt und seit zwei Jahren in Deutschland lebt, hat gerade die Theorieprüfung als Berufskraftfahrer bestanden. Auch Bundeswehr und Polizei waren dort – wie Leonie Schirmer aus Ehingen, die seit anderthalb Jahren eine Ausbildung zur Polizistin absolviert und im Ehinger Revier praktische Erfahrung sammelt.

Bei der Eröffnung sprach Bürgermeister Dr. Michael Lohner von einem „wichtigen Tag für unser Schulzentrum“. Direkt an die Jugendlichen gewandt sagte er: „Wir sind interessiert, dass ihr hier in der Region bleibt.“ Lohner bedankte sich bei den vertretenen Firmen aus Handwerk, Handel und Industrie, ebenso bei den weiterführenden Schulen, Institutionen und Berufsverbänden. Die Präsenz der Universität Ulm unterstreiche das Interesse an der Region.

„Die jungen Menschen finden hier ein riesiges Spektrum quer durch alle Ausbildungsfelder vor“, befand die SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis als alljährlicher Gast beim Ausbildungstag. Organisator Waldemar Schalt ist es „wichtig, dass unsere Schüler eine Duale Ausbildung anstreben und ihre berufliche Zukunft in der Region finden“. Denn in der ländlich strukturierten Gegend brauche es weniger Akademiker denn Handwerker.

Einige Schüler kannten die Vertreter der Firmen oder Azubis persönlich, und auch die teilnehmenden Betriebe, die nahezu alle jährlich dabei sind, nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Waldemar Schalt hat bereits den neunten Ausbildungstag in Munderkingen im Blick.