Sieben Jahre nach der Insolvenz des einstigen Schlecker-Konzerns müssen die Kinder Lars und Meike ins Gefängnis, der Bundesgerichtshof hat mit seiner Entscheidung, die am Donnerstag bekannt wurde, das Urteil des Landgerichts Stuttgart im Wesentlichen bestätigt. Die SÜDWEST PRESSE hat sich in Ehingen unter Passanten umgehört und gefragt:  Was denken Sie über dieses Urteil?

 

Denis Jochim,

Ehingen, 29 Jahre alt: Das Urteil ist gerechtfertigt. Die Familie Schlecker hat nicht nur in Ehingen viele Menschen enttäuscht. Da ist es nur gerecht, dass auch die Reichen bestraft werden. Der kleine Mann hat sonst das Gefühl, dass „die Großen“ milde wegkommen.

 

Beate Dabisch,

Ehingen: Eine Gefängnisstrafe empfinde ich als komplett übertrieben. Natürlich ist ein Insolvenzverschleppung nicht richtig, aber eine sehr hohe Spende für einen guten Zweck hätte als Strafe ausgereicht. Schleckers haben in Ehingen so vielen Menschen Arbeit gegeben und auch Steuern bezahlt.

 

Eva-Maria Kazenwadel,

Pforzheim, 46 Jahre alt: Die Familie hatte eine große Verantwortung für viele Menschen in der ganzen Bundesrepublik. Dieser Verantwortung sind sie nicht gerecht geworden. Plötzlich standen die Mitarbeiter auf der Straße und nicht alle fanden wieder Arbeit. Ich glaube, die Familie Schlecker hatte kein Unrechtsbewusstsein. Sonst hätten sie nicht noch so viel Geld beiseite geschafft, als die Insolvenz längst klar war. Die Strafe ist angemessen.

 

Aurel Biskup,

Ehingen-Dintenhofen, 13 Jahre alt: Eltern tun viel für ihre Kinder und Kinder tun auch viel für ihre Eltern.  Ich glaube, dass der Herr Schlecker seine Kinder zum Schluss noch mit Geld absichern wollte, wenn er selber ins Gefängnis muss. Richtig war das nicht, aber wenn wir selber Millionäre wären, würden wir vielleicht genau so handeln. Eine Familie hält zusammen.

 

Jotsch Simmendinger,

Ehingen: Es kriegen noch so viele Leute von den Schleckers Geld. Ich denke, da ist viel Geld in der Familie geblieben. Das ist ungerecht. Ich empfinde die Strafe für die Kinder als milde. Die Aussage von Meike Schlecker vor laufender Kamera, die da ganz unverfroren behauptetet „Es ist nichts mehr da“, war doch eine reine Lüge.

Reinhard Bachen,

Ehingen: Es ist nicht richtig, dass die ihre Häuser noch haben. Denen geht es doch nicht wirklich schlecht. Ich empfinde die Strafe als zu niedrig.

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